An den Autobahnen in Thüringen wird die Infrastruktur für den Straßenverkehr in den kommenden Jahren umfassend erweitert, wie die dpa vermeldete: Geplant seien zusätzliche Schnellladepunkte für Elektrofahrzeuge, neue Ladeangebote für schwere Nutzfahrzeuge sowie der Ausbau von Lkw-Stellplätzen, um nächtliche Engpässe zu reduzieren. Das teilte die Autobahn GmbH des Bundes mit.
Schnellladen auch für den Schwerlastverkehr
Die Ladeinfrastruktur für elektrisch betriebene Lastwagen wird in Thüringen vorbereitet: Für rund 120 unbewirtschaftete Rastanlagen in ganz Deutschland läuft derzeit ein entsprechendes Vergabeverfahren. Ab dem kommenden Jahr sollen im Rahmen dieses Programms 24 Schnellladepunkte für Lkw an drei Autobahnparkplätzen in Thüringen errichtet werden.
Darüber hinaus ist vorgesehen, zehn Thüringer Rasthöfe mit insgesamt rund 170 Schnellladepunkten für Lkw auszustatten. Ziel ist es, die Elektrifizierung des Güterverkehrs entlang der Hauptverkehrsachsen zu unterstützen.
Mehr Lkw-Stellplätze gegen nächtliche Engpässe
Neben der Ladeinfrastruktur wird auch das Parkplatzangebot erweitert. Aktuell gibt es entlang der Thüringer Autobahnen rund 3.300 Lkw-Stellplätze, die insbesondere nachts stark ausgelastet sind. In den nächsten zehn bis 15 Jahren sollen etwa 700 zusätzliche Stellplätze entstehen.
Bereits Mitte Juni beginnen die Bauarbeiten für zwei neue Parkplätze mit WC zwischen Magdala und Bucha an der A4. Zusammen bieten sie künftig 88 Stellplätze für Lastwagen. Zusätzlich werden im Zuge der Fahrbahnerneuerung bei Jena die Kapazitäten am Parkplatz «Rodablick» von 25 auf 31 Lkw-Stellplätze erhöht. Auf der A71 entstehen am Parkplatz «Hohe Schrecke» zwischen den Anschlussstellen Artern und Heldrungen 32 neue Stellplätze für den Schwerlastverkehr.
Insgesamt gibt es in Thüringen derzeit 45 Rasthöfe und Parkplätze mit WC entlang der Autobahnen.
Erste Schnelllader an unbewirtschafteten Rastanlagen
Bis zum Ende dieses Jahres sollen zudem an zwölf Parkplätzen mit WC insgesamt 56 Schnellladepunkte für Elektroautos in Thüringen entstehen. Es handelt sich dabei um die ersten Schnelllader an sogenannten unbewirtschafteten Rastanlagen in Thüringen. Die Inbetriebnahme der ersten Anlagen ist für Sommer und Herbst vorgesehen.
Künftig können E‑Autos unter anderem an den Parkplätzen «Erfurter Becken» und «Dornheimer Rieth» an der A71, an den Anlagen «Himmelsteiche» an der A9, «Leinetal» und «Kesselberg» an der A38 sowie «Im Werratal» an der A73 geladen werden. Die Ladeinfrastruktur wird jeweils in beiden Fahrtrichtungen aufgebaut.
Ausbau ergänzt bestehende Ladeinfrastruktur
Derzeit stehen in Thüringen 28 Schnellladepunkte an bewirtschafteten Rastanlagen zur Verfügung. Diese bieten neben Parkmöglichkeiten auch Gastronomie und Tankstellen. Die Ladeleistung beträgt pro Punkt mindestens 150 Kilowatt. In den kommenden Jahren soll die Schnellladeinfrastruktur zusätzlich an 14 weiteren Rasthöfen erweitert werden. Angaben zu den Investitionskosten machte die Autobahn GmbH nicht.