Nahe der Landesgrenze zwischen Bayern und Thüringen beginnt in Kürze der Bau einer neuen Tank‑ und Rastanlage an der Autobahn A73, wie zunächst die dpa schrieb. Wie die Autobahn GmbH des Bundes mitteilt, sollen die ersten Arbeiten im April starten. Der Standort liegt bei Drossenhausen im Landkreis Coburg.
Nach Angaben des Unternehmens sei der Neubau erforderlich, um eine bestehende Lücke in der Infrastruktur zu schließen. Auf dem rund 140 Kilometer langen Abschnitt der A73 zwischen der nördlichen Landesgrenze und der Tank‑ und Rastanlage Feucht an der A9 existiert bislang keine bewirtschaftete Raststätte mit Tankstelle.
Autobahn GmbH verweist auf gesetzliche Vorgaben
Die Autobahn GmbH spricht von einer „Versorgungslücke“ auf dieser Strecke. Laut Bundesfernstraßengesetz müssen Tank‑ und Rastanlagen in Abständen von etwa 50 bis 80 Kilometern verfügbar sein. Diese Vorgabe sei auf dem genannten Abschnitt derzeit nicht erfüllt.
Getrennte Anlagen je Fahrtrichtung geplant
Die neue Infrastruktur wird unterschiedlich nach Fahrtrichtung umgesetzt: In Richtung Suhl entsteht eine vollwertige Tank‑ und Rastanlage. Für den Verkehr in Richtung Nürnberg ist ein Parkplatz mit sanitären Einrichtungen vorgesehen. Beide Bereiche sollen über eine Brücke miteinander verbunden werden.
Gebaut wird nach Angaben der Autobahn GmbH ausschließlich auf bundeseigenen Flächen. Private Grundstücke werden für das Projekt nicht in Anspruch genommen.
Umfangreiche Stellplatzkapazitäten für den Güterverkehr
Geplant sind insgesamt 87 Stellplätze für Pkw sowie 48 Stellplätze für Lastwagen. Zusätzlich werden Flächen für Busse, Fahrzeuge mit Anhänger sowie für Groß‑ und Schwertransporte eingerichtet. Damit soll insbesondere dem steigenden Bedarf im gewerblichen Güterverkehr Rechnung getragen werden.
Die Autobahn GmbH beziffert die aktuellen Baukosten auf 30,1 Millionen Euro.
Langjähriger Widerstand inzwischen beendet
In der Region war das Vorhaben über Jahre hinweg umstritten. Vor allem Naturschutzverbände und lokale Initiativen äußerten Bedenken wegen möglicher Auswirkungen auf Umwelt und Landschaft. Nach der Erteilung des Baurechts wurde der Widerstand jedoch aufgegeben.
Rastanlagen im bundesweiten Vergleich
Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums umfasst das deutsche Autobahnnetz rund 13.000 Kilometer. Bundesweit gibt es derzeit etwa 440 bewirtschaftete Rastanlagen mit Serviceangeboten wie Tankstellen und Raststätten. Hinzu kommen zahlreiche unbewirtschaftete Rastplätze.