Nach der Entscheidung, den Zalando-Standort in Erfurt zu schließen, strebt das Management des Online-Modehändlers im Mai eine Einigung über einen Sozialplan und Interessenausgleich für die Mitarbeiter an. Zwar habe es mit dem Betriebsrat Gespräche, aber noch keine Verhandlungen dazu gegeben, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Um diesen Dialog in die nächste Phase zu führen, habe Zalando beim Arbeitsgericht Erfurt die Einrichtung einer Einigungsstelle beantragt. Das Erfurter Logistikzentrum von Zalando mit 2700 Mitarbeitern soll Ende September komplett geschlossen werden.
Kein Szenario für Weiterbetrieb des Logistikzentrums
Das Schlichtungsgremium solle helfen, gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung schnellstmöglich Klarheit für die Belegschaft zu schaffen: „Auch wenn wir weiterhin kein realistisches Szenario für den Weiterbetrieb des Standorts durch Zalando sehen, sind wir überzeugt, dass dieser Weg zeitnah eine verlässliche Grundlage für die persönliche Zukunftsplanung für die Mitarbeitenden bietet“, hieß es vom Unternehmen.
Kritik des Betriebsrats an Zalando
Die Gespräche und Verhandlungen zu einem Interessenausgleich und einem Sozialplan werden in diesem Falle von einem neutralen Vorsitzenden moderiert und begleitet. Der Spruch der Einigungsstelle ist für beide Seiten bindend. Mit diesem Schritt verlasse das Unternehmen „den Pfad der direkten Verständigung“, kritisierte der Betriebsrat in einer Mitteilung. Statt in einen Dialog über den „Interessenausgleich und Sozialplan zu treten oder die Hintergründe der Schließungspläne umfassend aufzuklären“, versuche Zalando nun, „den Betriebsrat gerichtlich in eine Einigungsstelle zu zwingen“. Damit wolle Zalando den Weg für Kündigungen frei machen. Aus Sicht des Betriebsrats hat das Unternehmen bisher viele Fragen unbeantwortet gelassen.