München. Was für einen Unterschied ein paar Wochen machen: So lange ist es her, dass die Bonner Monopolkommission verkündete: „Eine Halbierung des Briefportos ist möglich.“ Damals, kurz vor Weihnachten, dachten viele, mit der völligen Liberalisierung des Briefmarktes stünde der Branche ein garantierter Boom ins Haus – und den Kunden taumelnde Preise. Doch dann kam der Mindestlohn, und von Wettbewerb war nicht mehr die Rede. Die PIN-Group, einer der schärfsten Angreifer der Deutschen Post, stürzte in die Insolvenz ab und soll nun von Horst Piepenburg saniert werden. TNT Post gab ihre Pläne, ins Privatkundengeschäft einzusteigen, fast über Nacht auf. Alles wieder auf Start – so sah die Lage auf dem Postmarkt anscheinend aus. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet und eine realistische Bestandsaufnahme ist wieder möglich. Frage: Hat der Mindestlohn wirklich das zarte Pflänzchen des Wettbewerbs plattgemacht? Die Antwort fällt überraschend positiv aus. „Das Thema wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wurde“, beschwichtigt Horst Manner-Romberg, ein auf den KEP-Markt spezialisierter Unternehmensberater. Für den Branchenkenner steht fest: „Es wird in den kommenden Jahren keinen Stillstand geben. Die Dienstleister haben immer noch viele gute Chancen.“ Wie es weiter geht auf dem liberalisierten Briefmarkt schreibt das Fach- und Wirtschaftsmagazin LOGISTIK inside in seiner aktuellen Februar-Ausgabe (02/08). (Heft online bestellen – hier klicken) Telefonische Bestellung unter: 0180 / 500 92 91 (bundesweit nur 0,14 Euro pro Minute aus dem dt. Festnetz/Mobilfunk abweichend).
Thema der Woche: Wie der Wettbewerb auf dem Briefmarkt doch kommt
Auch wenn PIN schwächelt und TNT zurückrudert, der Mindestlohn wird den Wettbewerb auf dem Briefmarkt nicht totkriegen. Neue Ideen und Konzepte sind gefragt.