Studie: Lieferketten sollen digitaler und resilienter werden
Unternehmen stehen bei der Steuerung ihrer Lieferketten vor wachsenden Herausforderungen. Das zeigt das aktuelle SupplyX-Barometer 2026, für das 150 Logistikverantwortliche in Deutschland befragt wurden. Demnach steigen die Anforderungen an Transparenz, Flexibilität und Widerstandsfähigkeit entlang der Supply Chain kontinuierlich.
Gleichzeitig offenbart die Umfrage eine deutliche Diskrepanz zwischen den strategischen Zielen vieler Unternehmen und deren praktischer Umsetzung.
Digitalisierung bleibt wichtigster Trend
Für die große Mehrheit der Befragten bleibt die Digitalisierung der zentrale Hebel zur Weiterentwicklung von Lieferketten. Dennoch verfügen bislang nur vergleichsweise wenige Unternehmen über die notwendige Datenbasis für eine durchgängige Steuerung ihrer Prozesse.
Viele Unternehmen sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert, Informationen über Bestände, Warenbewegungen und Prozesse in Echtzeit verfügbar zu machen. Genau hier bestehen nach Einschätzung der Befragten weiterhin erhebliche Defizite.
Kundenerwartungen erhöhen den Druck
Die Ansprüche von Kunden an Liefergeschwindigkeit, Verfügbarkeit und Flexibilität nehmen weiter zu. Gleichzeitig steigt der Bedarf an transparenten Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Unternehmen müssen daher ihre Lieferketten nicht nur effizient gestalten, sondern zunehmend auch in der Lage sein, kurzfristig auf Veränderungen zu reagieren und Störungen abzufedern.
Hohe Hürden bei der Umsetzung
Die Digitalisierung von Lieferketten wird durch verschiedene Faktoren erschwert. Genannt werden insbesondere:
- steigende regulatorische Anforderungen,
- hohe Investitionskosten,
- Cyberrisiken,
- sowie der Fachkräftemangel.
Diese Rahmenbedingungen bremsen nach Ansicht vieler Unternehmen die Umsetzung moderner Supply-Chain-Konzepte.
Nachhaltigkeit und Risikomanagement gewinnen an Bedeutung
Neben der Digitalisierung rücken weitere Themen stärker in den Fokus. Dazu zählen vor allem Nachhaltigkeit und professionelles Risikomanagement.
Viele Unternehmen setzen zunehmend auf:
- breitere Lieferantennetzwerke,
- stärkere Vernetzung von Partnern,
- sowie eine Diversifizierung von Bezugsquellen.
Ziel ist es, Lieferketten robuster gegenüber geopolitischen, wirtschaftlichen oder operativen Störungen zu machen.
Lieferantenbeziehungen gelten als Schlüssel
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung: Die Stabilität von Lieferantenbeziehungen wird als wichtigster Baustein widerstandsfähiger Lieferketten angesehen.
Damit wird deutlich, dass Resilienz nicht allein durch Technologie erreicht wird. Ebenso entscheidend sind langfristige Partnerschaften, Vertrauen und eine enge Zusammenarbeit innerhalb des gesamten Liefernetzwerks.
Daten und Transparenz bleiben entscheidend
Parallel dazu sehen viele Unternehmen in der intelligenten Nutzung von Daten einen wesentlichen Erfolgsfaktor. Besonders wichtig sind:
- transparente Warenströme,
- kontinuierliches Monitoring,
- Echtzeitinformationen,
- und datenbasierte Entscheidungen.
Erst die Kombination aus stabilen Partnernetzwerken und belastbaren Daten schafft nach Einschätzung der Befragten die Grundlage für leistungsfähige Lieferketten.
Vernetzung wichtiger als einzelne Technologien
Bei der Bewertung technologischer Maßnahmen zeigt sich ein klarer Trend: Die digitale Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern wird häufiger als Erfolgsfaktor genannt als klassische Automatisierungslösungen.
Für viele Unternehmen ist die durchgängige Vernetzung aller Beteiligten künftig unverzichtbar. Lieferketten werden damit zunehmend als gemeinsames Netzwerk verstanden und nicht mehr nur als eine Aneinanderreihung einzelner Prozessschritte.
Bedeutung für Transport und Logistik
Für die Logistikbranche unterstreicht die Studie den Wandel von der reinen Transport- und Lagerfunktion hin zu einem zentralen Bestandteil der Wertschöpfungskette.
Gefragt sind künftig vor allem:
- transparente Datenflüsse,
- enge Zusammenarbeit mit Partnern,
- resiliente Liefernetzwerke,
- sowie intelligente digitale Steuerungssysteme.
Die Ergebnisse zeigen: Technologie allein genügt nicht. Erst das Zusammenspiel von Daten, Partnern, Prozessen und klaren Verantwortlichkeiten schafft belastbare und zukunftsfähige Supply Chains.