Berlin. Das Ziel, den Treibhausgasausstoß bis 2050 fast komplett zu reduzieren, ist einer neuen Studie der Umweltorganisation WWF zufolge möglich und bezahlbar. Allerdings müsse sofort umgesteuert und vor allem auf langfristig wirkende Strategien gesetzt werden, forderte Eberhard Brandes, WWF-Bundesgeschäftsführer, heute in Berlin. Die Kosten für den klimapolitischen Wandel liegen demnach bei durchschnittlich 0,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dies sei verkraftbar, hieß es. Stromerzeugung, Gebäudesektor, Verkehr, Landwirtschaft und Industrie seien die wichtigsten Handlungsfelder. Prognos AG und Öko-Institut erarbeiteten die Studie „Modell Deutschland - vom Ziel her Denken“ im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF: Danach müssen die Weichen in den nächsten vier Jahren gestellt werden, um bis 2050 stufenweise den CO2-Ausstoß der Industrieländer um 95 Prozent und der Entwicklungsländer um 80 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Das Fortführen der bisherigen Politik würde eine Reduktion um nur 45 Prozent bringen. Innovationen müsse es dazu vor allem bei der Energieeffizienz, der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und der Elektromobilität geben. Auch die Nutzung von Biomasse, Kohlenstoff- sowie Stromspeicherung und die Entwicklung neuer Dämmstoffe stehen ganz oben auf der To-Do-Liste. Konkret reichen die zahlreichen Vorschläge vom verbesserten und gedeckelten EU-Emissionshandelssystem über strengere Energiestandards für Neubauten und Altbausanierungen bis hin zu regelmäßig verschärften Mindeststandards für Verbrauchsgeräte. Aber auch mehr Kapazitäten im Schienennetz und öffentlichen Nahverkehr, Biokraftstoffe statt Mineralöl, mehr Öko-Landbau und Wärmegewinnung aus Abfall seien Hebel für die Energiewende, heißt es in dem Papier. (dpa)
Studie: Verzicht auf Treibhausgase bis 2050 möglich
Aktuelle Studie der Umweltschutzorganisatzion WWF: Wirtschaft könnte Treibhausgasausstoß bis 2050 fast komplett einstellen