Wolfsburg. Ein Stromausfall im Wolfsburger Volkswagen-Kraftwerk hat am Samstag das Stammwerk des Autobauers, benachbarte Stadtteile sowie den weltweiten Internetauftritt des Konzerns lahmgelegt. Gegen 9.00 Uhr versagten vier Generatoren im VW-Kraftwerk aus zunächst unbekannten Gründen ihren Dienst, wie Sprecher des Autobauers und des Versorgers LSW Energie berichteten.
Die Folgen waren weitreichend: In der Fabrik stoppten die Bänder einer Sonderschicht, die am Wochenende lief. Außerdem war auch ein nahe gelegenes Gebiet östlich von Fallersleben mit ungefähr 50.000 Haushalten ohne Strom, wie die Polizei erklärte. Internetauftritte des weltweit zweitgrößten Autobauers war mehrere Stunden lang nicht zu erreichen - von den USA über Deutschland bis hin nach Australien.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa beeinträchtigte die Panne auch den globalen E-Mail-Verkehr für die VW-Führungskräfte. Gegen 14 Uhr - nach rund fünf Stunden Ausfall - berappelten sich die Server, die Online-Seiten waren wieder erreichbar, E-Mails kamen an.
Zeitweise drohte auch die Fußball-Bundesligapartie zwischen dem VW-Werksklub VfL Wolfsburg und Bayern München auszufallen. Später hieß es aber, das Spiel könne auf jeden Fall stattfinden. Das gelte selbst für den Fall, wenn der Strom noch einmal ausfallen sollte, berichtete der Sprecher der Stadt Wolfsburg, Dennis Weilmann.
Noch gegen Mittag waren auch zentrale Internetauftritte wie volkswagen.de oder vw.com nicht zu erreichen. Das Problem war global. Betroffen war im Werk die Herstellung der Kompaktlimousine Golf, die wegen der guten Nachfrage auch diesen Samstag in einer Sonderschicht lief.
Über mögliche finanzielle Schäden, die in der Autoproduktion mit einem sogenannten Bandabriss stets drohen, konnte der Sprecher zunächst keine Angaben machen. Der Ausfall von vier Generatoren im VW-Kraftwerk sei plötzlich erfolgt, es habe keine Zeit mehr gegeben, im Werk mit geeigneten Bemühungen zu reagieren. „Es ist nicht koordiniert zum Stillstand gekommen”, sagte der Sprecher. „Wir haben hier jetzt aber alles soweit in einen sicheren Zustand versetzt.” Das VW-Werk in Wolfsburg am Mittellandkanal gilt als die größte zusammenhängende Autofabrik der Welt. (dpa)