Speditionen unter Druck: Insolvenzrisiko bleibt hoch

28.05.2026 13:21 Uhr | Lesezeit: 3 min
Firma hinter einem Zaun an dem ein Schild "Betrieb geschlossen" hängt
Kostenkrise treibt Insolvenzen in der Transportbranche
© Foto: bluedesign/stock.adobe.com

Insolvenzen in der Logistik bleiben auf hohem Niveau. Steigende Kosten und starre Verträge setzen vor allem kleine und mittlere Unternehmen unter Druck.

Die Transport- und Logistikbranche ist mit einem uneinheitlichen Insolvenztrend in das erste Quartal 2026 gestartet. Während die Zahl der Insolvenzen insgesamt gegenüber dem Vorquartal um rund neun Prozent von 133 auf 121 Fälle zurückging, blieb die Zahl der großen Unternehmensinsolvenzen stabil.

Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro waren demnach weiterhin mit sieben Insolvenzen vertreten.

Keine Entwarnung trotz Rückgang

Trotz des leichten Rückgangs bei den Gesamtfällen sieht die Branche keinen Anlass zur Entspannung. Laut Analyse liegen sowohl die Gesamtzahl der Insolvenzen als auch die Großfälle weiterhin über den langfristigen Durchschnittswerten.

Insbesondere die Großinsolvenzen bewegen sich auf einem Niveau, das deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegt – ein Hinweis auf anhaltenden strukturellen Druck.

Kostensteigerungen treiben Unternehmen unter Druck

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen wird durch eine Kombination mehrerer Faktoren belastet:

  • steigende Dieselpreise
  • höhere Lohnkosten durch Mindestlohnerhöhungen
  • zusätzliche Belastungen durch CO₂‑Abgaben

Diese Entwicklung setzt vor allem Unternehmen mit ohnehin niedrigen Margen unter Druck und verschärft die Liquiditätssituation.

Festpreisverträge als Risiko

Als besonders kritisch gelten langfristige Festpreisverträge ohne Anpassungsklauseln. Sie verhindern, dass gestiegene Kosten an Kunden weitergegeben werden können und führen so zu einer schleichenden Verschlechterung der Ertragslage.

Damit werden bestehende Verträge zunehmend zum zentralen Risikofaktor für viele Unternehmen.

Drei Ansatzpunkte für Stabilisierung

Aus der aktuellen Entwicklung leiten Experten zentrale Handlungsempfehlungen für die Branche ab:

  • Verträge anpassen: Einführung von Preisindexklauseln für Diesel, Löhne und Maut
  • Preisdurchsetzung stärken: Aktive Verhandlungen zur Weitergabe gestiegener Kosten
  • Kundenstruktur diversifizieren: Reduzierung von Abhängigkeiten von einzelnen Großkunden

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Resilienz der Unternehmen gegenüber Kostenschocks zu erhöhen.

2026 ohne schnelle Trendwende

Für das laufende Jahr erwarten Analysten keine grundlegende Entspannung. Die Kombination aus anhaltend hohen Energiekosten, geopolitischen Unsicherheiten und begrenzten Transportkapazitäten dürfte die Branche weiter unter Druck setzen.

Besonders betroffen sind Unternehmen mit schwacher Eigenkapitalbasis, geringer Preissetzungsmacht und einseitiger Kundenstruktur.

Risiko steigt vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben

Während die Zahl der großen Insolvenzen voraussichtlich auf hohem Niveau verharrt, könnte sich die Situation für kleine und mittlere Speditionen weiter verschärfen.

Für viele Betriebe, die ihre Geschäftsmodelle nicht anpassen, dürfte das Jahr 2026 damit zu einem entscheidenden Belastungstest werden.

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#Insolvenzen

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