-- Anzeige --

Scheuer und Deutsche Bahn starten Projekt Digitale Schiene

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (M., CSU) und Ronald Pofalla (l.), Vorstand für Infrastruktur bei der DB, starteten heute zusammen mit Rolf Bösinger (r., SPD), Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, das Projekt Digitale Schiene
© Foto: dpa/picture alliance/Bernd von Jutrczenka

Der Bahnknoten Stuttgart soll Vorreiter bei der Digitalisierung werden. Bis aber das gesamte Netz digital ist, dauert es noch Jahre - und es kostet Milliarden.


Datum:
25.08.2020
Autor:
Stephanie Noll
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

Berlin. Für pünktlichere und zuverlässigere Züge will die Bahn die Digitalisierung in Deutschland beschleunigen. Bis in die Mitte der 2030er Jahre könnte das gesamte Schienennetz digitalisiert werden, sagte Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla am Dienstag in Berlin. Dies kostet aber viel Geld. Die Bahn sei mit dem Bund über die Finanzierung im Gespräch, so Pofalla. Allein für die Digitalisierung des Bahnknoten Stuttgarts rechnet die Bahn mit Investitionen in Höhe von 462,5 Millionen Euro.

Bundesverkehrsminister: „Modernisierungsschub“ für die Bahn

Die Region soll in Deutschland im Zuge des Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 bis Ende 2025 der erste digitalisierte Bahnknoten in Deutschland werden. Der Bund und die Deutsche Bahn unterzeichneten am Dienstag in Berlin eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach am Dienstag von einem „Modernisierungsschub“ für die Bahn. Die Züge sollen zuverlässiger und pünktlicher werden, außerdem sollen mehr Züge auf den Strecken fahren können.

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 sollen die Züge des Fern-, Regional- und S-Bahnverkehrs im Knoten Stuttgart auf einem mit digitaler Technik ausgerüsteten Netz fahren. Neben dem neuen Hauptbahnhof und weiteren Stationen sollen zunächst Strecken mit einem Umfang von mehr als 100 Kilometern mit digitalen Stellwerken, dem Zugsystem ETCS und hoch automatisiertem Fahrbetrieb ausgerüstet werden.

Bisher 4 Milliarden vom Bund

Der Knoten Stuttgart ist eines von drei Pilotprojekten aus dem sogenannten Starterpaket Digitale Schiene Deutschland. Neben der Region Stuttgart werden auch die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main und die Trassen der transeuropäischen Verbindung Skandinavien-Mittelmeer mit der neuen europäischen Leit- und Sicherungstechnik ETCS und digitalen Stellwerken ausgestattet. Für die Digitalisierung der Schiene hat der Bund bisher rund 4 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Bereits im April hatten sich Bahn, Land, Stadt und Region als Partner des milliardenschweren Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 darauf geeinigt, die neueste Technologie der Zugsteuerung auch bei S21 zu realisieren. Die Einigung sah eine Anpassung des Finanzierungsvertrags vor, Mehrkosten für das Bauprojekt sollten nicht entstehen. Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm umfasst Stuttgart 21 und die Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm.

Neue Rahmenfinanzierungs-Vereinbarung unterzeichnet

Scheuer, Pofalla sowie Finanzstaatssekretär Rolf Bösinger unterzeichneten am Dienstag außerdem eine neue Rahmenfinanzierungs-Vereinbarung. Damit sollen Investitionen in die Schienenwege effizienter umgesetzt werden.

Der Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel sagte im Radioprogramm SWR Aktuell, es sei eine kluge Entscheidung, das Neubauprojekt Stuttgart 21 gänzlich mit neuer Technik auszustatten und auf herkömmliche Technik zu verzichten. Allerdings kritisierte er: „Wir haben allgemein das Problem, dass wir in Sachen Digitalisierung der Schiene anderen Ländern, aber auch den Möglichkeiten und Erfordernissen um Jahre hinterherhinken.“ Nun werde es so sein, dass in sehr kurzer Zeit von alter auf neue Technik umgestellt werden müsse. Es bestünden deshalb große Risiken, dass nicht alles gut laufe.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bezeichnete die Finanzierungsvereinbarung als weiteren wichtigen Schritt hin zu einem stabilen und zuverlässigen Schienenverkehr im Knoten Stuttgart. Damit könne die Pünktlichkeit gesteigert und mehr Verkehr auf demselben Netz abgewickelt werden. Auch der Umgang mit Störungen im Betrieb werde verbessert. (dpa/sn)

 

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


ANMELDUNG ZUM SMS-NEWSLETTER

Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.