Stockholm. Der von VW übernommene schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania hat seinen Reingewinn im ersten Quartal 2008 um 21 Prozent auf 2,5 Milliarden Kronen (267 Millionen Euro) gesteigert. Wie sein heimischer Konkurrent Volvo und MAN in Deutschland profitiert auch Scania damit weiter vom weltweiten Nachfrageboom nach Lastwagen. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 15 Prozent auf 22 Milliarden Kronen. Allerdings meldete das Unternehmen heute bei Bekanntgabe der Zwischenbilanz in Södertälje auch einen Rückgang bei den Auftragseingängen um 27 Prozent auf 20.226 Einheiten. Konzernchef Leif Östling nannte als Grund die derzeit mit neun bis zwölf Monaten gegenüber sonst drei bis vier Monaten ungewöhnlich langen Lieferzeiten. Hinzugekommen seien unsichere Konjunkturaussichten. „Das lässt Kunden in Europa zurückhaltender mit neuen Bestellungen sein“, sagte der schwedische Konzernchef. In Westeuropa verzeichnete Scania einen Rückgang der Auftragseingänge um 40 Prozent. Die Gesamtzahl von mehr als 20.000 bestellten Lastwagen und Bussen liegt aber immer noch über der von 19.066 ausgelieferten Einheiten im letzten Quartal 2007. Bis Ende dieses Jahres wolle man die Produktion auf 90.000 und bis Ende 2009 auf 100.000 Einheiten anheben, kündigte Östling an. Die Scania-Aktie gab nach Bekanntwerden der Zwischenbilanz an der Stockholmer Börse um 1,6 Prozent auf 125,25 Kronen nach. Der Volkswagen-Konzern hatte im März für knapp drei Milliarden Euro die Scania-Anteile der schwedischen Wallenberg-Gruppe und damit die alleinige Mehrheit mit 68,6 Prozent der Stimmrechtsanteile übernommen. Langfristig gilt neben der Zusammenlegung mit der eigenen Nutzfahrzeugsparte bei VW auch eine Zusammenlegung von Scania mit MAN als wahrscheinlich. Hier ist Volkswagen größter Anteilseigner. (dpa)
Scania verzeichnet leichte Zurückhaltung
Auftragseingänge auf hohem Niveau rückläufig: Scania steigert dennoch Reingewinn um mehr als 20 Prozent