Über Jahrzehnte hinweg wurde das deutsche Bahnnetz nur unzureichend modernisiert, meldete zunächst die dpa. Die Folge ist ein massiver Sanierungsstau, der nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) inzwischen rund 130 Milliarden Euro beträgt. Trotz steigender Investitionssummen wächst der Rückstand weiter.
Milliardenschwere Lücke trotz steigender Investitionen
Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der für die Infrastruktur verantwortlichen DB‑Tochter InfraGo, erklärte vor einigen Wochen gegenüber der österreichischen Wochenzeitung Profil: Um den Sanierungsrückstand überhaupt stabil zu halten, wären jährliche Investitionen von etwa 20 Milliarden Euro erforderlich. „Profil“ zitiert Nagl mit der Aussage, dass demnach die im Jahr 2025 erreichten 19 Milliarden Euro dafür nicht ausreichten.
Für 2026 plant die DB nach eigenen Angaben Investitionen von rund 23 Milliarden Euro, die überwiegend in die Generalüberholung des bestehenden Netzes fließen sollen. Erst damit könne verhindert werden, dass der Rückstau weiter anwächst.
Interne Unterlagen zeigen noch höhere Summe
Laut einem Bericht des Tagesspiegels fällt der Sanierungsbedarf sogar noch größer aus. Die Zeitung beruft sich auf interne InfraGo‑Dokumente, wonach sich der Investitionsrückstau 2025 auf 136,5 Milliarden Euro belaufen haben soll – ein Plus von 2,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Die DB bestätigte diese Zahl auf Nachfrage jedoch nicht.