Ryanair muss Abfluggebühren nachzahlen

29.01.2013 12:01 Uhr
Ryanair Boeing 737
Kontrollen hatten ergeben, dass Ryanair von 2009 bis November vergangenen Jahres falsche Abfluggewichte angegeben hatte
©Foto: dapd/Jens Schlueter

Wegen fehlerhafter Angaben beim Abfluggewicht an internationalen deutschen Flughäfen muss der irische Billigflieger 450.000 Euro nachzahlen.

Frankfurt. Der irische Billigflieger Ryanair hat von der Deutschen Flugsicherung (DFS) eine Rechnung über 450.000 Euro erhalten. Nach Angabe von DFS-Firmensprecher Axel Raab handelt es sich um Nachzahlungen von Abfluggebühren auf den vom Discount-Flieger genutzten internationalen deutschen Flughäfen. Die Forderungen betreffen den Zeitraum von 2009 bis November vergangenen Jahres, als Kontrollen ergaben, dass Ryanair den deutschen Behörden und Eurocontrol falsche Abfluggewichte angegeben hatte. Die Zeit vor 2009 gilt als verjährt.

Raab bestätigte auf Anfrage, dass „Ryanair aufgrund fehlerhafter Gewichtsangaben der Flugzeuge laufend Gebühren hinterzogen hat. So wurde von der Airline das Abfluggewicht ihrer Boeing 737-800-Flugzeuge mit jeweils 67 Tonnen angegeben. Nach offiziellen Zulassungsdaten der irischen Luftfahrtbehörde hätten es aber 75 Tonnen pro Flugzeug sein müssen. DFS-Sprecher Raab hob zugleich hervor, dass die von seinem Haus jetzt erhobenen Nachzahlungen lediglich die auf den internationalen deutschen Airports entstandenen Gebührenausfälle beträfen. Das sind aktuell Bremen, Leipzig-Halle und Nürnberg. Hingegen würden alle als regionale Plätze eingestuften Flughäfen wie Weeze, Memmingen oder Lübeck die Frage der Abfluggebühren autonom mit ihren Kunden-Airlines regeln.

Die deutsche DFS ist die erste Kontrollinstanz in Europa, die Ryanair wegen Gebührenhinterziehung nachträglich belastet. Weitere Luftaufsichtsämter dürften diesem Schritt folgen. Derzeit laufen ebenfalls Ermittlungen gegen Ryanair bei Eurocontrol, die für die Überwachung des europäischen Luftraums zuständig ist, und dafür Gebühren von den Airlines auf der Grundlage der Flugzeuggewichte verlangt. Laut Eurocontrol-Sprecher Nicholas Wyke seien diese Kontrollen derzeit noch nicht abgeschlossen, wodurch sich die Höhe der Nachforderungen noch nicht beziffern lasse. Wyke kündigte an, dass seine Organisation ab sofort die Gewichtsangaben aller den europäischen Luftraum nutzenden Airlines genau überprüft und sich nicht mehr auf die von den Fluggesellschaften gemeldeten Daten verlässt. (hs)

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