Moskau. Die russische Eisenbahngesellschaft RZD wird auf der Schnellstrecke von Moskau über Twer nach St. Petersburg den Kurierdiensten Konkurrenz machen – und auch ihren eigenen Schaffnern, die bisher gerne gegen ein Trinkgeld in ihre Dienstabteil kleine Sendungen mitnahmen. Ein neuer Service erlaubt es jetzt, mit den seit einem halben Jahr verkehrenden Hochgeschwindigkeitszügen Sapsan mehrmals täglich Briefe innerhalb von fünf Stunden von einer Stadt in die andere zu bringen. Allerdings müssen sie jeweils am Bahnhof abgegeben und auch abgeholt werden.
Offenbar aus Sicherheitsgründen werden nur Sendungen aus Papier zum Versand angenommen. Dafür ist die Dienstleistung mit einem Preis von 400 Rubel (rund 10,50 Euro) bei einem Gewicht von unter einem Kilogramm auch fünfmal billiger als die Angebote von Express-Logistikern wie DHL oder EMS, so die Petersburger Internetzeitung fontanka.ru. Wie ein Bahn-Vertreter dem Medium anvertraute, will die RZD mit dem Angebot eigentlich gar nicht in den Expresspost-Markt einsteigen – sondern nur die seit Jahrzehnten übliche „schwarze" Beförderung von privater Korrespondenz und Päckchen durch ihr Personal unterbinden. (ld)