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Rüttgers will nicht mehr oberster Bahn-Lobbyist in Europa werden

Freiwilliger Rückzug von Jürgen Rüttgers (CDU)?
© Foto: Hermann J. Knippertz/ dapd

Laut Medienberichten hat sich die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen für den Tschechen Libor Lochmann als neuen Cheflobbyisten entschieden


Datum:
06.09.2011
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Bonn. Der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) will doch nicht Cheflobbyist der Bahnen in Europa werden. Es sei im Einvernehmen mit Rüttgers vereinbart worden, dass er „nicht mehr als Kandidat zur Verfügung steht", bestätigte am Dienstag ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) einen Zeitungsbericht. Gründe für den Rückzug wollte der Sprecher nicht nennen. Medienberichten zufolge entschied sich die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER) aber bereits kürzlich für den Tschechen Libor Lochmann als neuen Cheflobbyisten.

Rüttgers (60) sei einer von mehreren Kandidaten für die am 12. September in Bonn vorgesehene Wahl, hatte die Sprecherin der CER, Eva Böckle, noch vor zwei Wochen der Nachrichtenagentur dpa gesagt. Demgegenüber ließ Rüttgers die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) inzwischen wissen, in Abstimmung mit der Spitze der Deutschen Bahn stehe er für das Amt nicht zur Verfügung. Als Begründung gab er an, die künftige Struktur des CER passe nicht mit seinen Vorstellungen zusammen.

Die CER-Generalversammlung soll nächsten Montag in Bonn über die Nachfolge von Johannes Ludewig (66) entscheiden. Ludewig, früher Chef der Deutschen Bahn (DB), übt das Amt des CER-Exekutivdirektors in Brüssel noch bis Ende 2011 aus. Vorgeschlagen worden war Rüttgers von der DB. Das Unternehmen werde nun keinen anderen eigenen Kandidaten mehr vorschlagen, sagte der DB-Sprecher dpa.

CER-Sprecherin Böckle hatte Medienberichte als falsch zurückgewiesen, denenzufolge es bereits Anfang Mai eine Wahl gegeben haben soll, bei der Rüttgers gescheitert sei. Die Wahlentscheidung sei damals auf den September verschoben worden. Die Wirtschaftswoche hatte berichtet, dass es in der CER Widerstand gegen Rüttgers gebe und sich auch viele kleinere EU-Staaten dagegen wehrten, den Posten wieder mit einem Deutschen zu besetzen.

Rüttgers hatte nach seiner Abwahl im Juni 2010 seinen Rückzug von allen politischen Ämtern angekündigt, er ist aber weiter CDU-Landtagsabgeordneter in Düsseldorf. Der ehemalige CDU-Bundesvize und Bundesminister arbeitet außerdem als Anwalt. Im Sommersemester 2011 war er zudem Dozent im Fach Politische Wissenschaft an der Universität Bonn. (dpa/jko)

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