Brüssel/Belgien. Europas Hafenarbeiter bekommen Unterstützung von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot. Der Kommissar sagte, er wolle auf eine EU-Regelung zur Selbstabfertigung von Frachtern in europäischen Häfen verzichten. Die Schauerleute, also Hafenarbeiter, die Frachtschiffe be- und entladen, hatten wiederholt gegen einen Kommissionsvorschlag protestiert, der Schiffsbesatzungen das eigenständige Laden und Löschen erlaubt hätte. „Nach Rücksprache mit allen Häfen sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass eine solche Regelung derzeit nicht notwendig ist“, sagte der Barrot. Trotz Barrots Einlenken ist die Zukunft der Hafendienste weiter ungewiss. Der Verkehrsausschuss des Europa-Parlaments hatte am Dienstag mehrere Änderungen der umstrittenen Kommissionsvorlage beschlossen, dann aber das Gesamtpaket abgelehnt. Nun muss das Plenum im Januar über den ursprünglichen Vorschlag von Barrots Vorgängerin Loyola de Palacio entscheiden. Er hoffe, dass die Abgeordneten „einen Text mit den entsprechenden Änderungen“ verabschieden, sagte Barrot. Die Vorlage würde dadurch „realistischer und umsetzbarer“. Der Kommissar betonte zugleich, Europas Häfen bräuchten mehr Investitionen und mehr Wettbewerb bei Dienstleistungen. (dpa/sb)
Proteste gegen "Port Package 2" zeigen Wirkung
EU-Kommissar Jacques Barrot will auf Selbstabfertigung in Seehäfen verzichten