Wien. Ein Gutachten über die finanziellen Spekulationsgeschäfte der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mit der Deutschen Bank belasten den früheren Bahnchef Martin Huber sowie weitere ehemalige ÖBB-Manager. Das berichtet „Der Standard“ unter Berufung auf den „Kurier“. Der von der Wiener Staatsanwaltschaft bestellte Sachverständige Franz Ledochowski kommt in seinem Gutachten zu dem Schluss, dass die Informationen an den ÖBB-Aufsichtsrat über die Transaktion „nicht nur unvollständig" gewesen seien, sondern auch nicht der Realität entsprochen haben, „da die Absicherungskomponente weder ausverhandelt noch abgeschlossen war.“
Huber weist die Untreuevorwürfe zurück. „Für die Information des Aufsichtsrats war nicht mein Mandant, sondern der Finanzvorstand zuständig“, reagiert Hubers Anwalt Meinhard Novak auf das Gutachten. „Mein Mandant war der Ansicht, dass es um die Fortführung bestehender Verträge geht und das Risiko nicht höher wird.“
Bei dem im Jahr 2005 abgeschlossenen Spekulationsdeal mit Portfolio Credit Default Swaps/Collateralized Debt Obligations ist den ÖBB ein Schaden in dreistelliger Millionen-Höhe entstanden. Im Januar 2010 wurde das insgesamt 612,9 Millionen Euro schwere Geschäft – nach langem von den ÖBB ausgetragenem Gerichtsstreit – im Zuge eines Vergleichs aufgelöst. Die Deutsche Bank erhielt eine Einmalzahlung von 295 Millionen Euro. (mf)