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Niederländische Logistiker kritisieren russischen Protektionismus

Internationale Transportunternehmen beklagen Protektionismus in Russland
© Foto: Arndt

Logistik- und Verlader-Verband appelliert an EU-Kommission und fordert freien Warenhandel in Russland


Datum:
13.07.2009
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Zoetermeer. Der niederländische Logistik- und Verlader-Verband EVO forderte jetzt von der Regierung in Den Haag und der EU-Kommission ein entschiedenes Einschreiten gegen den aus seiner Sicht ausufernden Protektionismus in Russland. Dieser stelle eine Bedrohung auch für den freien Waren- und Güterverkehr mit der EU dar. Die in Zoetermeer ansässige EVO macht diese protektionistische Grundhaltung an drei Beispielen fest. So führte Russland zu Jahresbeginn eine neue Straßenmaut ein, die ausschließlich für LKW aus der EU sowie der Schweiz gilt. Der Preis für die Tagesvignette betrage umgerechnet immerhin 8,50 Euro pro Laster. Für russische Unternehmen gelte die Maut nicht. Damit würden gebietsfremde LKW „klar benachteiligt“, kritisierte die EVO. Der niederländische Straßengüterverkehr hat aber noch mit einem anderen Problembereich zu kämpfen. So reduziert die russische Zollverwaltung die Anzahl der Zollabfertigungs-Einrichtungen im Großraum Moskau, auf den der Großteil des Warenverkehrs mit der EU zuläuft beziehungsweise seinen Ursprung hat. Ebenfalls stark diskriminierend wirkt sich aus Sicht der Organisation die Absicht der russischen Zollverwaltung aus, das für russische Empfänger bestimmte Import-Seecontainer nicht mehr per LKW, sondern nur noch mit der Bahn zu befördern sind. „Ein solches Verlagerungsgebot steht im krassen Widerspruch zu den Bestimmungen der Welthandelsorganisation WTO.“ Umweltschutzargumente hält die EVO in diesem Zusammenhang für wenig stichhaltig. Was die EVO neben dem Verbot als solchem besonders stört, ist die nicht vorhandene Interoperatibilität des russischen Bahnsystems mit dem der EU-Nachbarn. Denn in Russland gilt die Breitspur, die lediglich noch in Finnland sowie in Teilen der drei Baltischen Staaten vorhanden ist. Das Zusammentreffen von europäischer Normal- und russischer Breitspur bedinge, dass kostspielige und zeitintensive Umladungen an den Grenzübergängen zu Russland erfolgen. Damit stelle die Bahn als Verkehrsmittel für Warentransporte von und nach der EU „keine ernstzunehmende Alternative dar“. Die niederländische Verlader- und Logistik-Organisation weiß sich mit ihrer Kritik in bester Gesellschaft. Sie verwies auf aktuelle Aussagen des Weltwirtschaftsforums, wonach Russland inzwischen eine der „abgeschottetsten Volkswirtschaften“ der Welt ist. (eha)

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