Der Port of Kiel und der Ladeinfrastruktur-Anbieter ENGIE Vianeo haben im Kieler Ostuferhafen einen neuen Ladepark für Elektro-Lkw eröffnet. Die Anlage verfügt zunächst über vier Schnellladestationen mit insgesamt acht Ladepunkten und soll den Umstieg auf emissionsarme Nutzfahrzeuge im Frachtverkehr unterstützen.
Mit jährlich rund 180.000 Lkw- und Trailerbewegungen zählt der Kieler Hafen zu den bedeutenden Logistikdrehscheiben im Ostseeraum.
Laden während der Ruhezeiten
Die neue Infrastruktur wurde gezielt an einem Standort mit hohem Lkw-Aufkommen errichtet. Durch die Nähe zu den Fährverbindungen ins Baltikum und nach Schweden können Fahrer künftig Stand- und Wartezeiten zum Laden ihrer Fahrzeuge nutzen.
Die Ladepunkte sind mit dem Combined Charging System (CCS) ausgestattet und bieten eine maximale Ladeleistung von bis zu 400 Kilowatt. Nach Angaben der Betreiber wird ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt.
Weitere Ausbaustufe bereits geplant
Neben dem nun eröffneten Standort am Ostuferhafen ist ein weiterer Ladepark am Norwegenkai vorgesehen. Dort sollen zusätzliche Ladepunkte für den Güterverkehr entstehen.
Nach Abschluss der Ausbauphase werden insgesamt zwölf Ladepunkte im Kieler Hafengebiet zur Verfügung stehen. Die Infrastruktur soll sowohl Schnellladungen als auch längere Ladevorgänge während der vorgeschriebenen Ruhezeiten ermöglichen.
Strategische Lage an europäischen Transportkorridoren
Die Betreiber sehen in dem Projekt einen wichtigen Baustein für die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs entlang internationaler Transportachsen. Der Hafen Kiel fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen Deutschland, Skandinavien und dem Baltikum.
Durch die neue Ladeinfrastruktur soll die Attraktivität des Standorts für Transportunternehmen steigen, die ihre Flotten auf alternative Antriebe umstellen.
Erster deutscher Standort von ENGIE Vianeo
Für ENGIE Vianeo markiert der Ladepark in Kiel den ersten Standort in Deutschland. Das Unternehmen betreibt bereits mehrere tausend Ladepunkte in verschiedenen europäischen Ländern und plant einen weiteren Ausbau seines Netzes.
In Deutschland ist ENGIE Vianeo unter anderem am Aufbau von Infrastruktur für das geplante Lkw-Schnellladenetz entlang wichtiger Verkehrsachsen beteiligt.
Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs gewinnt an Bedeutung
Mit dem wachsenden Angebot an batterieelektrischen Nutzfahrzeugen steigt auch die Nachfrage nach leistungsfähiger Ladeinfrastruktur. Neben öffentlichen Schnellladeparks gewinnen insbesondere Standorte entlang europäischer Transportkorridore an Bedeutung.
Das Projekt im Kieler Hafen soll dazu beitragen, die Voraussetzungen für den Einsatz emissionsfreier Lkw im internationalen Güterverkehr weiter zu verbessern und die Verkehrswende im Schwerlastbereich zu unterstützen.