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München verschärft Umweltzone

Für Anwohner und Gewerbebetreiber innerhalb der Innenstadt gelten Ausnahmeregelungen
© Foto: ddp/Nigel Treblin

In München tritt jetzt die zweite Stufe der Umweltzone in Kraft: Ab heute dürfen keine Autos mit roter Plakette mehr in die Innenstadt fahren


Datum:
01.10.2010
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München. Strengere Abgaswerte für Autos sollen in München für bessere Luft sorgen. Seit Freitag dürfen Fahrzeuge mit roter Plakette nicht mehr in die Innenstadt fahren. Damit werden vor allem ältere Dieselfahrzeuge aus dem Gebiet innerhalb des Mittleren Rings verbannt. Bereits seit zwei Jahren dürfen Autos ganz ohne Plakette nicht mehr in der sogenannten Umweltzone unterwegs sein.

Eine Ausnahmegenehmigung bekommen Anwohner und Gewerbetreibende mit Firmensitz innerhalb der Zone. Die 1. Stufe der Umweltzone war vor zwei Jahren in Kraft getreten, die nächste Stufe kommt frühestens zum 1. Oktober 2012. Dann dürfen auch Wagen mit gelber Plakette nicht mehr in die Stadt fahren.

München ist neben Augsburg die einzige bayerische Stadt mit einer Umweltzone. In Augsburg tritt die 2. Stufe am 1. Januar 2011 in Kraft. Nach den EU-Vorgaben darf der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden - wo dies nicht eingehalten wurde, erstellten die Kommunen Luftreinhaltepläne mit entsprechenden Maßnahmen, darunter die Umweltzonen. "Es sind Fortschritte erkennbar, aber es geht zu langsam", zog der Landesbeauftragte des Bundes Naturschutz in Bayern, Richard Mergner, am Freitag Bilanz. "Nach wie vor ist die Luftqualität in den hochbelasteten Gegenden zu schlecht."

In Nürnberg und in Regensburg derzeit keine Einführung der Plakette geplant

In Nürnberg soll die Umweltzone in der Endfassung des Luftreinhalteplans zur Diskussion gestellt werden. "Das ist aber noch nicht beschlossen", sagte ein Mitarbeiter des Umweltamtes. Zuerst würden aber die diesjährigen Messwerte abgewartet, die voraussichtlich im Februar kommen. Nur bei einer von sechs Messstellen sei es kritisch. Die Umweltzone war erstmals 2005 noch vor dem Inkrafttreten der EU-Grenzwerte in Betracht gezogen worden. "Wir haben seit der Zeit die Feinstaubwerte in Nürnberg nicht mehr überschritten." 

In Regensburg, wo das Thema ebenfalls immer wieder diskutiert wurde, wird sich der Stadtrat noch im Oktober damit befassen. Die Einrichtung einer Umweltzone ist aber nach wie vor nicht geplant, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Seit drei Jahren würden die Vorgaben eingehalten, 2009 seien die Grenzwerte nur an 21 Tagen zu hoch gewesen. Eine Umweltzone bringe nach Berechnungen aber kaum bessere Luft, die Feinstaubbelastung würde demnach nur um maximal zwei Prozent sinken.

München: Kaum Rückgang der Werte seit Einführung der Umweltzone zu bemerken

In München ist die Zahl der Tage mit Grenzwertüberschreitung an der Messstelle an der vielbefahrenen Landshuter Allee im Vergleich zur Zeit unmittelbar vor der Umweltzone nicht merkbar zurückgegangen: Seit 2007 schwankt die Zahl der Tage, an denen der Grenzwert von 50 Mikrometer pro Kubikmeter Luft überschritten wird, zwischen 50 und 60.

Der Münchner Umweltreferent Joachim Lorenz betont dennoch, dass schon bei der 1. Stufe der Umweltzone die besonders gesundheitsgefährdenden Dieselrußpartikel an der Landhuter Allee um bis zu 45 Prozent reduziert werden konnten. Denn die Werte an den Überschreitungstagen seien nicht mehr so hoch wie früher, zudem spiele Inversionswetterlage eine wesentliche Rolle. An wenigen Tagen werde sogar Feinstaub aus dem italienischen Industriegebiet um Mailand und aus der Sahara herangeweht. Um eine Verbesserung festzustellen, müssten die Messungen länger laufen. "Wir bräuchten zehn bis zwanzig Jahre, um das entsprechend zu untersuchen." 

Ab 2015 sollen in der EU verbindlich nicht mehr wie bisher die Partikel bis zu einer Größe von 10 Mikrometer, sondern die kleineren und gefährlicheren Partikel von 2,5 Mikrometer gemessen werden - dann werden laut Lorenz die toxischen Partikel aus dem Verbrennungsprozess sehr viel genauer erfasst. (dpa)

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