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Leipzig ab März mit Umweltzone

Ab März dürfen nur noch Autos mit grüner Plakette durch die Umweltzone in der Messestadt fahren
© Foto: ddp/Michael Urban

Eine Umweltzone, die 60 Prozent der Fläche von Leipzig umfasst, soll ab März die Schadstoffbelastungen durch Feinstaub senken


Datum:
10.01.2011
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Leipzig. Der Autofahrer gen Leipzig wird schon vorsorglich darauf vorbereitet: "Umweltzone Leipzig ab März 2011", informieren die elektronischen Anzeigetafeln über der Autobahn. Damit ist die Messemetropole die erste Stadt in Sachsen, in der "Stinker" dann keine Einfahrt mehr haben. Bundesweit haben inzwischen rund 40 Kommunen Umweltzonen. Ihre Einführung wird indessen durchaus auch kontrovers diskutiert.

In Leipzig soll die Umweltzone 60 Prozent der Gesamtfläche der Messestadt umfassen. Hier dürfen nur noch umweltfreundlichere Autos mit grüner Plakette durch die Straßen rollen. Allerdings gibt es unter bestimmten Bedingungen Ausnahmeregelungen. "Die Maßnahme ist eine, von der wir uns erhoffen, dass sie zur Senkung der Emissionen beiträgt", sagt Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke). Insgesamt enthält der städtische Luftreinhalteplan 48 Punkte.

Die Fakten: Immer wieder wurde in Leipzig der von der EU festgelegt Grenzwert bei Feinstaub überschritten - an bis 100 Tagen, erlaubt sind nur 35 Tage im Jahr. Neben Feinstaub sind außerdem die Belastungen durch Stickstoffdioxid ein Problem. Als erwiesen gilt, dass 70 Prozent dieser Schadstoffe durch den Verkehr verursacht werden. Vor allem die Wirtschaft aber ist skeptisch und befürchtet hohe Belastungen durch die notwendige Umrüstung von Fahrzeugflotten.

In Leipzig gründete sich sogar ein Aktionsbündnis gegen die Einrichtung der Umweltzone, konnte sie aber nicht verhindern. Auch der Automobilclub ADAC bezweifelt, dass Umweltzonen zur Senkung der Schadstoffbelastungen in den Innenstädten beitragen können.

Das Umweltbundesamt hingegen hält sie für absolut richtig und setzt auf langfristig positive Wirkungen. Für den Umweltverein Ökolöwe Leipzig ist die Umweltzone in der Sachsenmetropole nur die zweitbeste Lösung. "Wir hätten gut auf eine Umweltzone verzichten können", so ein Sprecher. "Die Reduzierung und Verlangsamung des motorisierten Verkehrs wären schon längst nötig gewesen." Etwa durch Verbesserungen für den Fahrradverkehr, mehr 30er-Zonen und schadstoffärmere Fahrzeuge im Öffentlichen Nahverkehr. "Insofern ist die Umweltzone nur ein Notbehelf."

Sachsens Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie rechnet vorerst nicht mit einer flächendeckenden Einführung von Umweltzonen im Freistaat. In Görlitz beispielsweise stammen die Luftbelastungen aus Industriegebieten - hier würde eine Umweltzone nichts am Problem ändern, sagt Bernhardt. In anderen Städten wie Plauen oder Chemnitz seien einzelne Straßen die Sorgenkinder. Dresden setzt auf verkehrsorganisatorischen Maßnahmen statt auf eine Umweltzone. Der Luftreinhalteplan dazu liegt derzeit öffentlich aus. Im Nachbarland Sachsen-Anhalt werden möglicherweise noch in diesem Jahr Umweltzonen in Magdeburg und Halle eingerichtet. (dpa)

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