Rotterdam. Der intermodale Verkehr steigt wieder in der Gunst der verladenden Wirtschaft in Europa. Vor allem die inzwischen auf breiter Front in Europa geführte Nachhaltigkeitsdebatte vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels wirkt als wichtige Triebfeder im Hintergrund. Zu dieser aktuellen Einschätzung kommt Max Philips, Geschäftsführer des niederländischen Rail-Cargo-Information-Büro (RCIN), in Hoogvliet bei Rotterdam. Formulierungen wie beispielsweise „Entwicklung und Umsetzung umweltgerechter Transportlösungen“ seien keine bloßen Worthülsen mehr, sondern würden von den an der Transportkette Beteiligten mit großer Ernsthaftigkeit verwendet und in entsprechende Konzepte umgesetzt, so Philips weiter. In vielen wichtigen Logistik-Ausschreibungen mit europaweiter Ausstrahlung gerade der großen Konzerne finde sich immer häufiger die Aufforderung an die Logistikdienstleister, Angebote unter Einbeziehung intermodaler Transportketten vorzulegen. Man habe in der verladenden Wirtschaft offenbar erkannt, dass längst nicht alle zeitkritischen Transporte am Ende nur mit dem LKW zu bewegen seien, fasst Philips seinen Eindruck aus vielen Gesprächen zusammen. Vielmehr ließen sich knappe Zeitvorgaben sehr wohl durch eine gute Planung unter Einbeziehung des Verkehrsträgers Schiene erfüllen. Für 2010 sieht Philips insgesamt wieder gute Markt- und damit auch Wachstumschancen für den intermodalen Verkehr in Europa. Aus verschiedenen Gesprächen mit großen Marktanbietern im Kombinierten Verkehr (KV), wisse er, dass im laufenden Jahr eine Reihe von neuen KV-Verbindungen eingerichtet werden, die die großen europäischen Wirtschaftsräume noch enger miteinander verbinden. Große Seehäfen wie zum Beispiel Rotterdam, aber auch Antwerpen gehörten dabei zu den Nutznießern dieser Entwicklung. Philips verwies in diesem Zusammenhang auf aktuelle Ankündigungen durch KV-Unternehmen wie Hupac oder Intercontainer Interfrigo (ICF). (eha)
Intermodaler Verkehr: Verlader suchen nachhaltige Logistikkonzepte
Niederländisches Rail-Cargo-Information-Büro bestätigt den Eingang zahlreicher neuer Anfragen – Schienen-Operateure bauen neue Verbindungen auf