Hamburg. Das Thema einer Verlagerung oder Teilverlagerung der Hamburger Universität auf den heute für Hafen-und Umschlagzwecke genutzten Kleinen Grasbrook im Freihafen scheint weiterhin auf der Tagesordnung zu stehen. Wie die Tageszeitung „Hamburger Abendblatt“ berichtet, „drängt“ Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) seine Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) auf eine schnelle Entscheidung. Dem Bericht zufolge, sollen sich die beiden Koalitionspartner Union und Grüne (GAL) bei dem seit mehr als eineinhalb Jahre diskutierten Thema auf einen „Kompromiss“ verständigt haben. Das für eine Ansiedlung ins Auge gefasste Hafengebiet wird intensiv bewirtschaftet. Hier betreibt unter anderem die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) über die Tochtergesellschaft Unikai ihren Multifunktionsterminal O‘Swaldkai. Seit 2006 wurden allein in die Umgestaltung sowie für Neubaumaßnahme auf diesem Terminal rund 100 Millionen Euro investiert. Herzstück dieser Investitionen ist das neue Frucht-und Kühlzentrum, das seit Herbst 2009 in Betrieb ist und gut 35 Millionen Euro kostete. Auf dem O‘Swaldkai wurden im vergangenen Jahr rund zwei Millionen Tonnen umgeschlagen. Die Betreiber des Terminals halten indes eine Nutzungskonzession in Händen, die bis 2025 gilt. Die anhaltende Diskussion um eine Umwidmung des Kleinen Grasbrook (Fläche: 75 Hektar) sorgt in der Hafenwirtschaft für eine anhaltende Verärgerung. Erst dieser Tage hatte Hamburgs Hafensenator a.D. und langjähriger Vorstandsvorsitzender der HHLA, Helmuth Kern, ein Ende der Verlagerungs-Diskussion gefordert. Wörtlich sagte Kern: „Es muss vor allem klar sein, dass das Hirngespinst von Frau Gundlach, die Universität in den Hafen zu verlegen und dann das gesamte östliche Territorium (des Hafens, d.Red.) für eine große Campus-Universität zu nutzen, endgültig vom Tisch kommt. Die Universität gehört da nicht hin., und man sollte diesen Blödsinn nicht weiter verfolgen.“ (eha)
Hamburg: Universitätsstandort Hafen bleibt Thema
Offenbar soll schnellstmöglich eine Entscheidung fallen / Alt-Hafensenator Helmuth Kern fordert ein Ende „ des Hirngespinstes“