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Hamburg Süd: „Freude“ an Unternehmenszahlen 2010

Sieht die Reederei gut auf Kurs: Ottmar Gast, Sprecher der Geschäftsführung bei Hamburg Süd
© Foto: Arndt

Mehr Container als im bisherigen Spitzenjahr 2008 transportiert / Flottenausbau mit Augenmaß / Sorge über die explodierenden Treibstoffpreise


Datum:
13.04.2011
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Hamburg. Deutschlands größte Privatreederei, die Hamburg Süd-Gruppe, hat die Folgen der Weltwirtschafts- und schifffahrtskrise 2008/2009 überzeugend abgeschüttelt. Es mache in diesem Jahr eindeutig „mehr Spaß", über die Zahlen des Vorjahres zu sprechen, stellte das für Finanzen verantwortliche Geschäftsführungsmitglied Heino Schmidt am Mittwoch in der Hansestadt anlässlich der Vorlage des Geschäftsberichtes der zum Oetker-Konzern gehörenden Schifffahrtsgruppe fest. Beim Transportaufkommen konnte das Unternehmen in seiner Linienschifffahrtssparte gegenüber 2008 sogar nochmals zulegen: 2,9 Millionen TEU wurden 2010 in dem engmaschigen Liniennetz transportiert, berichtete Geschäftsführungssprecher Ottmar Gast.

2010 einen soliden Gewinn eingefahren

Beim Umsatz fuhr das Traditionsunternehmen, das sowohl in der Conainer-Linienschifffahrt als auch in der Tanker- und Massengutfahrt tätig ist, rund 4,4 Milliarden Euro ein. Das sind fast 39 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zur Erinnerung: Im bisherigen Spitzenjahr 2008 waren es 4,5 Milliarden Euro. Die Schifffahrtsgruppe fuhr für ihren Eigentümer auch „unterm Strich" ordentliche Zahlen ein, wenngleich die Reederei es tunlichst vermeidet, hier Ross und Reiter zu nennen. 2009 musste das Unternehmen einen „leichten Verlust" hinnehmen.

Die Containerschifffahrt bereitete der Reederei 2010 im Großen und Ganzen Freude, auch wenn zum Jahresende über dem Markt wieder dunklere Wolken zusammenzogen. Dies spiegelte sich für die Branche als Ganzes unter anderem in der Frachtratenentwicklung in den wichtigen Fahrtgegebieten wider. Die Bulker- und Tankerfahrt schloss 2010 ebenfalls „über Plan" ab.

Das eigene Containermengenwachstum speiste sich unter anderem aus dem 2010 wieder aufgelebten Welthandel. Darüber hinaus profitierte die Schifffahrtsgruppe aus ihrem Liniennetzwerk. Dessen Maschen wurden in den zurückliegenden Jahren auch durch gezielte Zukäufe von Reedereien enger geflochten. „Wir wachsen aus unserem Netz heraus auch in Zukunft weiter", präzisierte Geschäftsführungsmitglied Joachim A. Konrad. 44 Liniendienste werden aktuell durch die Reederei aufrecht erhalten.

Flotte wird weiter optimiert und mit Augenmaß erweitert

Zur Tradition des Unternehmens gehört es auch, dass sie eine moderne, leistungsstarke Flotte vorhält, sowohl aus eigenen Schiffen als auch aus eingecharterter Tonnage. Für Hamburg Süd gilt ebenfalls der Trend zu größeren Frachtern, wobei das Stammfahrtgebiet Südamerika aufgrund der Beschaffenheit der wichtigen Häfen noch weit entfernt von den Schiffsgrößen in Fernost entfernt ist. Erst vor wenigen Wochen hat das Unternehmen sechs Containerschiffe mit einer Stellplatzkapazität von 9600 TEU bestellt und zugleich eine Bestellungsoption über vier weitere Frachter ausgesprochen. Die Schiffe sollen bis 2013/2014 abgeliefert werden. Darüber hinaus bekommt das Unternehmen bis einschließlich 2012 noch zwölf weitere Frachter. Gast: „Der Kapazitätszuwachs entspricht gut 20 Prozent der Bestandsflotte." Ende 2010 disponierte die Reederei über 169 Frachter, davon 40 Schiffe, die Eigentum der Gruppe sind. 113 Schiffe sind allein in den Liniendiensten eingesetzt.

Ein besonderes Augenmerk richtet die Reederei auch der Entwicklung ihres Containerbestandes. So habe man bereits Ende 2009 neue Boxen bestellt. Inzwischen seien auch hier die Preise erheblich gestiegen. Derzeit disponiert die Reederei über rund 396.000 TEU – fast 17 Prozent mehr als Ende 2009.

Bunkerkosten kennen nur eine Entwicklung: nach oben

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt das Unternehmen die Entwicklung bei den Bunkerkosten. Gut zwei Millionen Tonnen Treibstoff verbrauchte die Reederei 2010, wofür sie gut 920 Millionen US-Dollar ausgeben musste. Für das laufende Jahr stellt man sich in der Reedereizentrale sogar auf mehr als eine Milliarde US-Dollar ein. Das Unternehmen versucht hier durch mehrere Einzelmaßnahmen gegenzusteuern. So hat sich das eigentlich aus der Krise heraus entwickelte Slow Steaming inzwischen fest etabliert. Heißt für die Reederei: Gut 17 Knoten Reisegeschwindigkeit statt rund 20 Knoten wie vor der Krise. Vorstellbar ist für das Unternehmen, dass die Schiffe künftig sogar noch langsamer fahren. Nach anfänglichen Unmutsbekundungen haben sich Industrie und Handel inzwischen auf das Slow Steaming eingestellt, betonte Gast. Denn für die verladende Wirtschaft sei es wichtig, dass die Schiffe ihre Fahrpläne genau einhalten. Ottmar Gast kann sich sehr gut vorstellen, dass LNG als alternativer Antrieb in der Überseecontainerschifffahrt in wenigen Jahren kommen wird. Entscheidend sei aber auch, dass entsprechende Versorgungsstützpunkte weltweit zur Verfügung stehen. Die technische Herausforderungen seien soweit gelöst.

Für das laufende Jahr rechnet die Reederei auch mit einer Fortsetzung des Wachstumskurses, allerdings nicht so stark wie 2010. Das gelte auch für das finanzielle Ergebnis. Gewisse Unsicherheiten gingen derzeit von den zahlreichen Naturkatastrophen sowie verschiedenen regionalen Konflikten aus. Der Druck auf die Frachtraten habe sich inzwischen verstetigt. (eha) 

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