Hafen Rotterdam erwartet Einbrüche

09.04.2009 16:06 Uhr
Rotterdam
Hafen Rotterdam rechnet im laufenden Jahr mit einem geringeren Güterumschlag
© Foto: Arndt

Hafenchef Hans Smits legt Zahlen für das erste Quartal vor: Größter europäischer Hafen wird die Grenze von 400 Millionen Tonnen Jahresumschlag deutlich unterschritten

Rotterdam. Der Rotterdamer Hafen stellt sich als Folge der Weltwirtschaftskrise für 2009 auf einen deutlich geringeren Güterumschlag ein, als noch vor wenigen Monaten erwartet. Das räumte Hans Smits, Direktor des Hafenbetrieb Rotterdam (HbR), am Donnerstag bei der Vorstellung der Umschlagzahlen für das 1.Quartal ein. Unterm Strich könnten bis Ende 2009 bis zu zehn Prozent weniger Ladung im größten europäischen Seehafen über die Kaikanten gehen. Damit würde Rotterdam deutlich unter die magische Grenze von 400 Millionen Tonnen rutschen. Im Jahr 2008 hatte der Maashafen gut 420 Millionen Tonnen Ladung abgefertigt, ein Plus von 2,7 Prozent. Im ersten Dreimonatszeitraum des laufenden Umschlagjahres schlugen die Hafenunternehmen in allen Gütersegmenten gut 94 Millionen Tonnen um, ein Rückgang von 10,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Der Rückgang fällt sehr deutlich aus. Auf der anderen Seite bestätigt er meine Einschätzungen vom Dezember vergangenen Jahres, als ich bereits von einem schlechten 1.Halbjahr 2009 ausging“, erläuterte Smits weiter. Mit einer spürbaren Erholung des Seegüterumschlags müsse daher erst zu einem späteren Zeitpunkt gerechnet werden. Der Containerumschlag lag im aktuellen Berichtszeitraum mit 22 Millionen Tonnen containerisierter Stückgutladung um 18 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auf der Grundlage Standartcontainer (TEU) liegt der Rückgang bei 16 Prozent auf 2,3 Millionen TEU. Smits: „Alle Fahrtgebiete sind von dem Rückgang betroffen, allerdings fällt die Delle beim Fernost-Verkehr auf deutlichsten aus.“ Noch dramatischer stellt sich die Lage im Ro/Ro-Verkehr dar, der stark auf Großbritannien ausgerichtet ist. Denn die britische Volkswirtschaft liegt derzeit ziemlich am Boden. Mit knapp vier Millionen Tonnen Ro/Ro-Umschlag liegt das Quartalsergebnis um gut 12,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Deutliche Bremsspuren finden sich auch im Massengutgeschäft des Rotterdamer Hafens. Das trockene Bulkaufkommen lag mit 17,4 Millionen Tonnen um 21,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Erhebliche Umschlageinbußen gab es bei Eisenerz und Schrott (rund 50 Prozent). Hingegen verbesserte sich der Kohlenumschlag als Folge des strengen Winters deutlich. Der Flüssiggutumschlag lag mit 49,2 Millionen Tonnen um gut 1,5 Prozent unter dem Vorjahresstand. (eha)

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