Im Rotterdamer Hafen wächst die Sorge über die unbefriedigende Entwicklung beim Containerumschlag. Während die Wettbewerbshäfen im 1. Halbjahr zum Teil im zweistelligen Prozentbereich zulegen konnten, wächst der Maashafen nur noch langsam. "Wir gehen den Ursachen auf den Grund", bestätigte Rob Bagchus, stellvertretender Direktor des Rotterdamer Hafenunternehmer-Verbandes Deltalinqs, gegenüber der Verkehrsrundschau. Hierzu werde in Kürze ein Abschlussbericht vorgelegt. Als einen Grund hat der Verband, dem rund 500 Unternehmen angeschlossen sind, die Probleme bei der Zollabfertigung im Rotterdamer Hafen ausgemacht. Konkret geht es dabei um die Spezialkontrolle mittels der seit 1999 operativen, Röntgen-gestützten Containerprüf-Anlage, in Rotterdam nur Container-Scan" geheißen. Die dafür vorgesehenen Container werden bis zu zwei Tagen länger im Hafen festgehalten. Hinzu kommt, dass die Ladungsseite mit den Kosten für den Hin- und Rücktransport zum Container-Scan belastet wird. Diese Mehrkosten würden in Wettbewerbshäfen, die über eine ähnliche Anlage verfügen, nicht entstehen, so Bagchus. Im vergangenen Jahr wurden in Rotterdam rund 30.000 Container durchleuchtet. Auch die erheblichen Qualitätsverluste beim Umschlag sowie von Streiks begleitete Arbeitskonflikte setzten dem Hafen in der Vergangenheit zu und führten sogar zur zeitweisen Verlagerung von Ladungsströmen. Bagchus: "Diese Probleme sind inzwischen gelöst. Jetzt müssen wir noch das andere Thema in den Griff bekommen." Die in Hamburg seit 1996 arbeitende Containerprüfanlage arbeitet nach Darstellung des Hamburger Zolls ohne Probleme und Zeitverzögerungen für die Ladungsseite. (vr/eha)
Hafen Rotterdam: Containerumschlag unter Druck
Maashafen wächst im Vergleich zu den Wettbewerbshäfen nur langsam