Hamburg. Der Hamburger Hafen nutzt die tiefe Krise der Schifffahrt für die Aufrüstung seiner Infrastruktur. "Wir arbeiten mit Hochdruck an Straßen, Brücken und der Bahn", sagte Jens Meier, Geschäftsführer der stadteigenen Hamburg Port Authority (HPA). "Wenn der Aufschwung kommt, sind wir gerüstet." Die nötigen Investitionsmittel seien bei der HPA, die im Auftrag der Stadt die Hafen-Infrastruktur entwickelt und betreut, durch den Erlös aus dem Verkauf von Anteilen an der Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) vorhanden. Gegenwärtig arbeitet die HPA an einem neuen Hafenentwicklungsplan, der die veränderten Rahmenbedingungen nach der Krise berücksichtigen soll. Bislang gingen die Hamburger Hafenplanungen von einem anhaltenden starken Wachstum des Containerumschlags aus, so dass bis zum Jahr 2015 rund 18 Millionen Standardcontainer (TEU) zu bewältigen gewesen wären. Doch durch die Krise hat es einen Rückschlag gegeben; nach zwei Jahren mit einem Umschlag von knapp zehn Millionen TEU werden im laufenden Jahr vermutlich weniger als acht Millionen TEU erreicht. Die Hafenwirtschaft rechnet zwar damit, die ursprünglich anvisierten Wachstumsziele zu erreichen, aber erst später. Genaue Prognosen gibt es derzeit nicht. Zur finanziellen Situation der HPA, die als privates Unternehmen in der Form einer Anstalt des öffentlichen Rechts arbeitet, sagte Jens Meier, die Einnahmen hätten sich in allen Bereichen verbessert. Weil nicht alle Einnahmen der HPA wie zum Beispiel die Grundstücksmieten umschlagsabhängig seien, leide das Unternehmen nicht so sehr unter der Krise wie andere Hafenakteure. Meier betonte, die Hafenentgelte, die die Reeder entrichten müssen, seien niedriger als im Konkurrenzhafen Rotterdam. Dennoch erarbeite die HPA gegenwärtig ein neues Hafengeldsystem, das in der Reederschaft besondere Anreize für den Umschlag größerer Containermengen setzen solle. Wegfallende staatliche Zuschüsse sollen künftig durch direkte Zahlungen ersetzt werden, wenn jemand durch Leistungen der HPA profitiert. Diese Umstellungen sind eingeleitet, brauchen aber noch etwas Zeit. (dpa)
Hafen Hamburg rüstet Infrastruktur auf
Die nötigen Investitionsmittel kommen aus dem Verkauf von Anteilen an der Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA)