Hafen Hamburg: Grenze von 130 Millionen Tonnen wird überschritten

14.11.2006 13:55 Uhr

Infrastruktur muss mit Wachstum Schritt halten: Unternehmensverband Hafen Hamburg erwartet für 2006 einen Rekordumschlag

Hamburg. Der Hamburger Hafen steuert auch in diesem Jahr auf einen neuen Umschlagrekord zu. Davon geht Norman Zurke, Geschäftsführer beim Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH), aus. „Nach den bislang vorliegenden Zahlen und den Erwartungen der Umschlagbetriebe dürfte sich die Gütermenge auf einen Gesamtumschlag von 130 bis 134 Millionen Tonnen einpendeln", sagte Zurke der VerkehrsRundschau. Zur Erinnerung: 2005 gingen in Hamburg rund 125,7 Millionen Tonnen über die Kaikante. Auch beim Containerumschlag deutet alles auf ein Umschlagrekord hin. Zurke geht davon aus, dass die magische Grenze von neun Millionen Standardcontainern (TEU) „knapp verfehlt" wird. „8,8 bis 8,9 Millionen TEU dürften drin liegen", schätzt Zurke. Auch damit könne der Hafen zufrieden sein. Rund acht Millionen TEU waren es 2005. Für die Folgejahre rechnet der UVHH-Geschäftsführer mit einer Fortsetzung des Wachstumskurses. In die Vorfreude mischt sich beim UVHH aber auch die Besorgnis, dass die erforderlichen Umschlag- und Infrastrukturkapazitäten mit dieser Entwicklung Schritt halten. Benötigt würden Umschlagkapazitäten, „die über die Kapazitätsgrenzen der bestehenden Terminalanlagen hinausgehen". Der UVHH nennt hier zum Beispiel den Bau des neuen Container-Terminals im Mittleren Freihafen -Bereich - Projektbezeichnung: „Container Terminal Steinwerder" (CTS). Den für 2015 ursprünglich ins Auge gefasste Inbetriebnahme des Terminals (3,5 Millionen TEU) sieht der UVHH aber gefährdet. Denn: „Bislang ist es nicht gelungen, mit den von der Umsiedlung betroffenen Unternehmen eine Einigung über Ersatzflächen zu treffen." Das ist für den Verband jedoch unumgänglich, „um eine Schädigung der geschäftlichen Aktivitäten dieser Betriebe zu vermeiden". Ein weiterer Dauerbrenner ist für den Verband die Ertüchtigung der Hafeninfrastruktur, allen voran der Bahn- und der Straßeninfrastruktur. So müsse endlich die so genannte „Hafenquerspange" in Angriff genommen werden. Da diese Autobahnbrücke weiterhin „nicht im vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) enthalten sei, drängt der UVHH darauf, „das Projekt im Rahmen einer Public Private Partnership (PPP) zu realisieren". Auch hier müsse das Ziel 2015 erreicht werden, schließlich strebt der Hafen bis dahin einen Gesamtumschlag von mehr als 220 Millionen Tonnen an. (eha)

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