Dem deutschen Großhandel müssen nach Einführung der Lkw-Maut Freistrecken von 200 Kilometern pro Tag für den Lieferverkehr eingeräumt werden. Das hat der AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e. V., Hamburg, gefordert. Der überwiegend mittelständische Großhandel sei zur Belieferung der Kunden auf den Lkw angewiesen, da der Lieferverkehr nicht auf Schiene oder Wasser verlagert werden könne. Die zusätzlichen Kosten durch die Maut würden "zu Lasten der bereits sehr schmalen Gewinnspannen" gehen und sich "in vielen Fällen existenzgefährdend" auswirken, sagte der Vorstandssprecher des Verbandes, Volker Schmidtchen. Die Mehrzahl der im Großhandel eingesetzten Lkw fahren laut AGA 50.000 Kilometer Autobahn pro Jahr. Bei 250 Betriebstagen wären das 200 Autobahnkilometer täglich. Die Maut würde sich auf 12.500 Mark im Jahr belaufen. Eine Freistellung in diesem Umfang würde die Abgabe nicht gefährden, da sie auf den Fernverkehr mit täglichen Fahrleistungen von 1000 Kilometern und mehr abziele. Der Lieferverkehr auf Kurz- und Mittelstrecken würde weitgehend entlastet. Sollte auch auf Bundesstraßen eine Gebühr fällig werden, müsste es auch für diese Strecken Frei-Kilometer geben, ergänzte der Verbandssprecher. In einer Verbandsumfrage bei 100 "Lkw-intensiven" Unternehmen lehnten zwei Drittel die geplante Maut ab. Ein Viertel sei zu Protestaktionen wie Blockaden in Innenstädten bereit. (vr/dpa)
Groß- und Außenhandel fordert Frei-Meilen für Lkw auf Autobahnen
Verband: Lkw-Maut führt zu 12.500 Mark Mehrkosten pro Jahr und Fahrzeug