Hamburg/Hannover. Die Gesellschafter der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd wollen dem Unternehmen neues Kapital zur Verfügung stellen. Tui und die Gesellschafter der Hamburger Investorengruppe „Albert Ballin“ werden ihren jeweiligen Gremien Vorschläge für Kapital- und Finanzierungsmaßnahmen vorlegen, mit denen das Unternehmen langfristig gesichert werden kann, teilten die Gesellschafter nach einer Versammlung am gestrigen Mittwoch in Hamburg mit. Ein Sprecher der Tui erklärte, es gebe das gemeinsame Verständnis der Gesellschafter, Hapag-Lloyd auch in Zeiten der weltweiten Konjunkturkrise weiterhin zu unterstützen. Hapag-Lloyd steht wegen des schrumpfenden Welthandels und der rückläufigen Containerschifffahrt schwer unter Druck und schreibt hohe Verluste. Offizielle Zahlen liegen nicht vor, doch sollen die Verluste und der zusätzliche Kapitalbedarf jeweils bei mehreren hundert Millionen Euro liegen. Zu den möglichen Vorschlägen, die jetzt in den Gremien besprochen werden sollen, äußerte sich der Konzern in Hannover nicht konkret. Die größte deutsche Containerreederei, die auch weltweit zu den Top Ten gehört, war im vergangenen Jahr von dem Hamburger Konsortium mehrheitlich übernommen worden, um einen Verkauf nach Asien zu verhindern. Dahinter verbergen sich die Stadt Hamburg, die Holding des Schweizer Spediteurs Klaus-Michael Kühne, die HSH Nordbank, die Warburg-Bank und die Versicherungskonzerne Hanse-Merkur und Signal Iduna. Angesichts der heterogenen Gesellschafterstruktur stehen Höhe und Art der Beiträge noch nicht fest, sagte ein Sprecher des Konsortiums. Es werde auch geprüft, unter welchen Voraussetzungen Staatshilfe beantragt werden könnte, sei es in Form von Krediten oder von Bürgschaften. Eine Entscheidung darüber sei jedoch nicht getroffen. Laut Zeitungsberichten vom heutigen Donnerstag will die Reederei eine gewaltige Kapitalspritze von 1,75 Milliarden Euro. Diese Summe habe der Hapag-Lloyd-Vorstand den Gesellschaftern als zusätzlichen Kapitalrahmen für die nächsten Jahre vorgeschlagen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Dabei sollen 750 Millionen Euro von den Eigentümern kommen, hieß es unter Berufung auf Gesellschafterkreise. Eine Milliarde sei als neue Banken-Kredite eingeplant. Die 1,75 Milliarden Euro seien allerdings nur eine Summe für den schlimmsten Fall: Möglicherweise komme die Reederei auch mit deutlich weniger frischen Mitteln aus, schrieb die Zeitung. Auch das „Hamburger Abendblatt“ nannte am Donnerstag diese Zahlen. Den Zeitungsberichten zufolge müssten entsprechend den Anteilen von TUI 325 Millionen Euro kommen und von den Hamburger Investoren insgesamt 425 Millionen Euro. Die neuen Bankkredite sollen möglichst über Bürgschaften des Bundes abgesichert werden, hieß es unter Berufung auf die Kreise. (dpa/sv)
Gesellschafter stehen zu Hapag-Lloyd – 1,75 Milliarden Euro Kapitalspritze
Die Gesellschafter der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd wollen dem Unternehmen neues Kapital zur Verfügung stellen