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Gelebter Strukturwandel im Duisport

Der Duisport betreibt eine eigene Logistik
© Foto: Gerhard Grünig/ VerkehrsRundschau

Wo früher ein Stahlwerk mit rauchenden Schloten, glühenden Hochöfen und 20.000 Beschäftigten für Bruttosozialprodukt sorgte, läuft es rund 30 Jahre später deutlich ruhiger ab. Trotzdem herrscht geschäftiges Treiben im Duisport, wo in Logport 1 heute wieder 6000 Menschen im Bereich der Logistik in Lohn und Brot stehen – Tendenz steigend.


Datum:
03.05.2022
Autor:
Gerhard Grünig/Stefanie Schuhmacher
Lesezeit:
3 min
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Auf gut 300 Jahre Tradition blickt der Hafen in Duisburg zurück. Seit 1716 bestimmten dort Kohle und Stahl. Der Stahl ist immer noch da, die Kohle wird deutlich weniger, wie die VerkehrsRundschau anlässlich der Hafentour bei der BVL-Mitgliederversammlung geschildert bekommt. Der Duisport ist dabei nicht weniger als der größte Binnenhafen der Welt, wenngleich heute der Containerumschlag die Lebensader darstellt. Alles in allem finden rund 50.000 Menschen einen Job hier im Hafen.

Die Kornkammer des Ruhrgebietes

Wenn es einen Strukturwandel gibt, dann findet man ihn hier. Noch vor rund 50 Jahren war Duisburg die Kornkammer des Ruhrgebietes. Nicht, weil hier so viel angebaut wurde. Nein, weil es hier umgeschlagen wurde. Auch das hat sich verändert. Wo früher die Getreidespeicher standen, finden sich heute Wohnungen, Malls und Freizeitflächen. Das eine ging, das andere kam. Konkret wuchst die Zahl der Umschlagsleistung von 300.000 TEU (20-Fuß-Normcontainer) zur Jahrtausendwende auf aktuell 4,3 Millionen TEU. Noch immer ist Stahl wichtig und auch Kraftstoffe. Doch sie wurden über die Jahre immer mehr verdrängt, unter anderem von Autos, wie ein riesiger RoRo-Terminal verdeutlicht.

Eigene Logistik im Duisport

Und der Duisport rüstet sich für die Zukunft. Zahlreiche Projekte im Bereich Wasserstoff und PV, Loks, die demnächst mit Brennstoffzelle fahren sollen – der eigene Bahnbetrieb hat alleine 15 Rangierloks laufen sowie Lkw mit batterieelektrischem Antrieb geben einen Vorgeschmack auf einen CO2-freien Hafen. Die Hafengesellschaft betreibt als eine der wenigen in Deutschland eigene Logistik, um Lücken zu schließen“, wie es heißt.

Man ist außerdem bemüht, Verkehr von der Straße zu holen. Es gibt Binnenschiffe und Bahnlinie vom Hafen aus, die quasi einen Linienverkehr mit zahlreichen Stopps betreiben. Allerdings hätte man dadurch auch Probleme mit den Anwohnern, denn was man andernorts großflächig auf Bahn und Schiff holt, führe systembedingt zu mehr Lkw-Verkehr in Duisburg selbst … Fakt ist nämlich auch, dass 50 Prozent der Transportleistung vom Lkw erbracht werden und jeweils 25 Prozent von Schiff und Bahn. Wobei die Schiene einen klaren Aufwärtstrend zeigt! Interessant auch: Drei von acht Containerterminals sind bimodal – Schiene-Straße, ohne Anbindung ans Schiff. Bleiben immerhin fünf trimodale.

Hamburger Hafen ist nicht mehr viel voraus

Mit einer Gesamtumschlagfläche von 265 Hektar nimmt der Duisport inzwischen eine riesige Fläche ein. Und mit einer jährlichen Umschlagsleistung von 111 Millionen Tonnen – inklusiv der in den Privathäfen der Stahlwerke umgeschlagenen Menge – liegt er nur ganz knapp hinter Hamburg (ca. 120 Millionen Tonnen.) Anteil daran haben die zahlreichen Gateway-Verkehre von und nach Skandinavien bzw. von und nach Südeuropa. Sieht man sich das bunte Treiben heute an, trauert wohl kaum jemand den rauchenden Schloten nach.

>>> Mehr Eindrücke vom Besuch des Duisports bekommen Sie auf unserer Instagram-Seite. (gg/ste)

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