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Gefahr der Mafia-Infiltrierung: DB Schenker Italia unter gerichtlicher Verwaltung

Die Sonderverwaltung der Schenker-Tochter Schenker Italiana soll sicherstellen, dass die Mafia nicht an Einfluss gewinne, so DB Schenker. Im Bild die Niederlassung in Verona (Symbolbild) 
© Foto: DB Schenker

Grund für die von Mailänder Gericht angeordnete juristische Verwaltung ist eine mögliche Infiltrierung des Unternehmens durch die ‘Ndrangheta.


Datum:
23.05.2022
Autor:
Nadine Jansen
Lesezeit: 
3 min
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Die italienische Niederlassung von DB Schenker steht vorübergehend unter gerichtlicher Verwaltung. Grund für die von Mailänder Gericht angeordnete juristische Verwaltung ist eine mögliche Infiltrierung des Unternehmens durch die ‘Ndrangheta. Es handelt sich dabei jedoch lediglich um eine Präventionsmaßnahme. Ermittlungen gegen Führungskräfte oder aber das Unternehmen selbst gibt es nicht. Die Maßnahme solle vielmehr dazu dienen, das Unternehmen vor einer kriminellen Unterwanderung zu schützen.

Mit der gerichtlichen Verwaltung wurde einem Antrag der Antimafia-Staatsanwälte Silvia Bonardi und Paolo Storari stattgegeben. Sie stützen sich auf Erkenntnisse, die durch Antimafia-Ermittlungen der Guardia di Finanza sowie der Carabinieri gewonnen wurden. Betroffen von der gerichtlichen Anordnung ist neben DB Schenker auch das Transportunternehmen Aldieri Spa. Beide Unternehmen sollen Geschäftsverbindungen zu einem Transportunternehmen unterhalten haben, das auf ein bereits wegen Mafiazugehörigkeit rechtskräftig verurteiltes Subjekt zurückzuführen sei. Gegen diese, der ‘Ndrangheta zugerechnete Person, soll vor allem wegen der fiktiven Eintragung von Vermögenswerten ermittelt worden sein.

Drogen waren auch im Spiel

Sowohl DB Schenker als auch das Transportunternehmen Aldieri Spa sollen die Geschäftsgebaren des in Verbindung zum Mancuso-Clan stehenden Unternehmens grob fahrlässig erleichtert haben. Wie der „Corriere della Sera“ berichtet, soll DB Schenker über einen Zeitraum von fünf Jahren Unteraufträge im Wert von zwei Millionen Euro an das im Mittelpunkt der Ermittlungen stehende Transportunternehmen weitergegeben haben. Die Ermittlungen ins Rollen brachte hingegen, so die Tageszeitung „Corriere della Sera“, der Fund von 30 Kilogramm Kokain in einem Lkw, der eine von DB Schenker in Auftrag gegebene Lieferung transportiert habe. Das Kokain, dessen Sender nach wie vor unbekannt ist, sei im Hafen von Dover an den vorverurteilten B. übergeben worden.

Geschäfte mit Kriminellen

Die Nachrichtenagentur Ansa benennt indes Inhalte von Telefonabhörungen, bei denen sich im Oktober 2022 einer der Schwager des Mannes dahingehend geäußert habe, „alle wegzuschicken und alle Posten zu besetzen.“ Die Maßnahme der gerichtlichen Verwaltung sieht sich sowohl im Schutz des Unternehmens vor mafiöser Unterwanderung als auch in einem grob fahrlässigen Verhalten aufgrund mangelnder Kontrollen begründet. DB Schenker habe stabile Geschäftsverbindungen zu einem verurteilten Kriminellen unterhalten und dessen Aktivitäten erleichtert. B. solle das Unternehmen, mit dem DB Schenker Geschäftsbeziehungen unterhalten habe, fiktiv auf seine eigene Lebensgefährtin eingetragen haben. Aufgabe des kommissarischen, vom Gericht eingesetzten Verwalters ist es nun, vertragliche Geschäftsbeziehungen von DB Schenker auf deren Antimafia-Transparenz hin zu überprüfen.

Direkt gegen Führungskräfte von DB Schenker in Italien, italienische Mitarbeiter oder aber das Unternehmen selbst werde ebenso nicht ermittelt wie beim Transportunternehmen Aldieri Spa. Letzteres gab in einer Mitteilung an, Geschäftsbeziehungen, die mit zwei unter Beobachtung der Mailänder Staatsanwaltschaft stehenden Lieferanten, bereits seit Jahren nicht mehr zu unterhalten. Beide Unternehmen haben den Behörden bei ihrer Ermittlungsarbeit volle Kooperation zugesichert. (nja)

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