Frankfurt/Main. Im Streit um das Nachtflugverbot am Frankfurt Flughafen hat sich die Betreibergesellschaft Fraport für weniger Flüge ausgesprochen. Das sorgt für Ärger mit der Lufthansa-Tochter Cargo. Fraport-Vorstandsvorsitzender Stefan Schulte hatte jüngst zehn Starts und Landungen in der Nacht als ausreichend bezeichnet. Bisher war Fraport von 17 ausgegangen, die Fluggesellschaft sogar von 23. "Wir wollen 23 und dabei bleibt's", sagte ein Sprecher am Freitag. Über die Aussage Schultes sei die Gesellschaft überrascht. "Wir finden die neue Diskussion auch ärgerlich", so der Sprecher. Dagegen hieß es beim Flughafenbetreiber, Schulte habe "deutlich gemacht, wo man auf Basis des Kasseler Urteils landen könnte." Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte im August 2009 die im Planfeststellungsbeschluss enthaltenen 17 Ausnahmen vom Nachtflugverbot für unzulässig erklärt. Die Zahl zehn könne ein Ergebnis sein, das allen Beteiligten gerecht werde, so Fraport. Derzeit beschäftigt die Auseinandersetzung um das Nachtflugverbot das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Schulte hatte laut "Frankfurter Neue Presse" erklärt, zehn Flüge reichten derzeit zur wirtschaftlichen Sicherung von Cargo-Nachflügen aus. "Wenn die Touristikflüge herausgerechnet werden, dann bleiben zehn übrig", so Fraport. Zwischen 23 Uhr und fünf Uhr morgens starten laut Betreiber derzeit bis zu 50 Maschinen am Frankfurter Flughafen. (dpa)
Fraport strebt weniger Nachtflüge an
Fraport-Chef Schulte hält zehn Starts und Landungen in der Nacht für ausreichend / Lufthansa Cargo kritisiert die geplanten Streichungen