Fragmentierte Ladetechnik treibt Kosten in Logistik

23.06.2026 07:50 Uhr | Lesezeit: 3 min
Intralogistik
Experten: Intralogistik braucht einheitliche Energieversorgung
© Foto: FA

FTS und AMR boomen, doch die Ladeinfrastruktur bleibt fragmentiert. Experten sehen großes Einsparpotenzial durch einheitliche Systeme.

Die Automatisierung in der Intralogistik schreitet voran: Fahrerlose Transportsysteme (FTS) und autonome mobile Roboter (AMR) übernehmen zunehmend Aufgaben in Produktion und Distribution. Während Themen wie Flottenmanagement und Softwareintegration strategisch geplant werden, bleibt die Energieversorgung häufig fragmentiert – mit wachsenden Kostenfolgen.

Insel-Lösungen treiben Kosten nach oben

In vielen Betrieben sind FTS-Projekte historisch gewachsen und unabhängig voneinander umgesetzt worden. Unterschiedliche Anbieter brachten dabei eigene Ladesysteme und Infrastrukturen mit.

Die Folge sind:

  • mehrere separate Ladeinfrastrukturen
  • hohe Installations- und Betriebskosten
  • sowie zusätzliche Anforderungen an Netzanschluss und Fläche

Was ursprünglich pragmatisch war, entwickelt sich zunehmend zum Kostentreiber.

Harmonisierung als nächster Schritt

Aktuelle Entwicklungen in anderen Branchen zeigen, dass standardisierte Lösungen eine Voraussetzung für Skalierung sind. Während bei Elektroautos und Gabelstaplern bereits einheitliche Ladeansätze etabliert wurden, steht die Intralogistik hier noch am Anfang.

Initiativen zur Standardisierung – etwa bei der Kommunikation zwischen Systemen – deuten jedoch darauf hin, dass auch die Energieversorgung künftig stärker harmonisiert wird.

Einsparpotenziale bei Netzanschluss und Fläche

Ein zentraler Vorteil einer einheitlichen Infrastruktur liegt in der optimierten Auslegung der Energieversorgung. Statt jedes System auf maximale Parallelbelastung auszulegen, lässt sich der tatsächliche Bedarf besser steuern.

Mögliche Effekte:

  • geringere Netzanschlussleistung
  • weniger Ladepunkte bei höherer Auslastung
  • reduzierte Installationskosten
  • effizientere Nutzung wertvoller Lager- und Produktionsfläche

Gerade bei großen Anlagen können sich daraus erhebliche wirtschaftliche Vorteile ergeben.

Betreiber übernehmen stärkere Steuerung

Zunehmend geht die Kontrolle über Ladeinfrastruktur vom Hersteller auf den Betreiber über. Unternehmen planen ihre Systeme ganzheitlicher und definieren Anforderungen an Ladepunkte und Technologien selbst.

Die Ladeinfrastruktur entwickelt sich damit von einer technischen Nebenfrage zu einem strategischen Bestandteil der Anlagenplanung.


Induktives Laden gewinnt an Bedeutung

Für eine herstellerübergreifende Nutzung stellt insbesondere kontaktloses Laden eine mögliche Lösung dar. Induktive Systeme können unterschiedliche Fahrzeugtypen bedienen und reduzieren mechanischen Verschleiß.

Damit eignen sie sich besonders für heterogene Flotten und dynamische Anwendungen.




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