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Fachkräftemangel: Neue Wege bei der Personalgewinnung beschreiten

Um Fahrer zu rekrutieren, sollten die Unternehmen die neuen Möglichkeiten digitaler Mitarbeiteranwerbung nutzen (Symbolbild)
© Foto: Urupong/iStock

Betriebe der Transport- und Logistikbranche müssen künftig noch größere Anstrengungen unternehmen, um genügend Bewerbungen gerade im Bereich der Berufskraftfahrer zu bekommen. Hier sollten die Unternehmen auch neue Wege beschreiten, betonen Experten.


Datum:
11.01.2023
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit:
6 min
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Durch den allgemeinem Fachkräftemangel wird der Arbeitsmarkt immer mehr zu einem Bewerbermarkt, auf dem Arbeitnehmer sich zunehmend aussuchen können, bei welchem Arbeitgeber sie eine neue Stelle antreten möchten. Gerade die Unternehmen in der Logistikbranche sind von dieser Entwicklung betroffen und sind oft händeringend auf der Suche nach geeigneten Berufskraftfahrern.

„Die Lage am Arbeitsmarkt ist derzeit tatsächlich angespannt. Mit den Methoden klassischer Mitarbeitergewinnung können Unternehmen heute kaum noch an geeignete Bewerber herankomme“, meint daher Dustin Müller von der Agentur JobAdvertiser PMR, die auf die Personalgewinnung in der Pflege- und Logistikbranche spezialisiert ist. Gemeinsam mit seinem Team betreibt er unter anderem die Personalvermittlung „Mehr-Kraftfahrer.de“. Wenn die Betriebe jedoch neue Wege gehen würden, sei es auch heute noch möglich, offene Stellen in kurzer Zeit zu besetzen, so Müller weiter.

Autonomes Fahren ist noch kein Rettungsanker

Vor allem die Rekrutierung von geeignete Berufskraftfahrer für den gewerblichen Verkehr wird immer mehr zum Problem. Daneben schreitet die Automatisierung und Digitalisierung im Berufsfeld immer weiter voran, was zusammen mit den Entwicklungen im Bereich des autonomen Fahrens „führerlose Fahrzeuge als Rettungsanker erscheinen“ lasse, so Müller. So haben zum Beispiel technische Fortschritte in diesem Bereich bei vielen die Hoffnung geschürt, dass auf deutschen Fernverkehrsstraßen bald autonome Lenksysteme für eine Entspannung der Personalsituation in der Logistikbranche führen könnten.

Für Müller ist das jedoch „noch Zukunftsmusik“, da in naher Zukunft wohl keinesfalls mit zuverlässigen und vor allem behördlich genehmigten autonomen Fahrsystemen zu rechnen sei. Zudem werden diese Systeme aus Sicherheitsgründen in jedem Fall auch weiterhin einen Kraftfahrer benötigen und allenfalls als Assistenzsysteme dienen können. „Durch autonomes Fahren lässt sich die angespannte Personalsituation bei den Logistikunternehmen nicht entschärfen“, zeigt sich Müller überzeugt.

Plattformen wie Facebook und YouTube nutzen

Vielmehr würden die Betriebe in Zukunft größere Anstrengungen unternehmen müssen, um genügend Bewerbungen für die Kraftfahrerstellen zu bekommen. „Hier sollten die Unternehmen sich noch moderner positionieren und vor allem die neuen Möglichkeiten digitaler Mitarbeiteranwerbung nutzen“, empfiehlt Müller. Besonders durch die Verbreitung des Smartphones würden digitale Medien wie Facebook oder Instagram eine zentrale Rolle spielen. Zudem seien die „begehrten Fachkräfte in der Regel bereits in einer Beschäftigung und daher gar nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen Stelle“.

Hier sieht Müller die Chance, dass die modernen Mittel digitalen Marketings einen Zugang zu den potenziellen Bewerbern öffnen können. „Mit Anzeigen auf sozialen Medien können die Unternehmen die Arbeitnehmer dort erreichen, wo sie sich heute in ihrer Freizeit bevorzugt aufhalten – viele Kraftfahrer nutzen Plattformen wie Facebook und YouTube, um sich in Lenkzeit- und Ruhepausen zu unterhalten und zu informieren“, so Müller.

Den Bewerbungsprozess im Unternehmen vereinfachen

Außerdem sollten die Unternehmen vor allem an ihren Landingpages arbeiten und potenziellen Bewerbern die Kontaktaufnahme so einfach wie möglich machen. So sollten Interessenten mit einem Klick auf eine Anzeige sofort zu einem unkomplizierten Bewerbungsprozess weitergeleitet werden. Hier müsse den begehrten Fachkräften etwa über einen speziellen Fragebogen eine schnelle und einfache Bewerbung möglich sein.

Umfangreichen Bewerbungsunterlagen wie Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse sieht Müller als überholt an. „Die Bewerber haben diese Unterlagen in der Regel nicht zur Hand und verlieren daher schnell wieder das Interesse. Wer als Unternehmen hier eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglicht, kann die Handlungsbereitschaft potenzieller Bewerber sofort für sich nutzen und die nötigen Unterlagen zu einem späteren Zeitpunkt wie dem Vorstellungsgespräch nachfordern“, so der Tipp des Recruiting-Spezialisten. (tb)

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