Nordhorn. Die Bentheimer Eisenbahn AG (BE), Mitgesellschafter und Mitbegründer des deutsch-niederländischen Logistik-Knotens und Gewerbeparks „Europark“ rechnen sich große Chancen auf ein besonderes Weihnachtsgeschenk aus: die Anerkennung des in den 1990-er Jahren begründeten „Europark“ als erstes grenzüberschreitendes GVZ in Niedersachsen. Das in Nordhorn ansässige Bahnunternehmen, zu dem auch Logistik- und Güterkraftverkehrs-Töchter gehören, hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem geklärt werden sollte, ob der „Europark“ die Qualitätsanforderungen an ein solches grenzüberschreitendes GVZ erfüllt. Mit der Erstellung des Gutachtens wurde das Büro Logistic Network Consultants (LNC) in Hannover betraut. An dessen Finanzierung beteiligten sich mehrere Partner;zudem flossen Mittel aus dem europäischen Interreg-IVa-Programm. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen jetzt zur weiteren Beurteilung bei den zuständigen Landesbehörden in Hannover vor. Bei einem positiven Votum würde es zu einer entsprechenden Veränderung im Landesraumordnungsprogramm kommen. Nach Überzeugung von Joachim Berends, BE-Vorstand, überzeugt der auf dem Gebiet der deutschen Gemeinde Emlichheim und der niederländischen Gemeinde Coevorden angesiedelte Park vor allem durch seine starke „Transport- und Logistikintensität“. Neben zahlreichen Logistikfirmen haben sich vor Ort mehrere Industriefirmen niedergelassen, die auf das breite Angebot an den vor Ort angebotenen Logistik- und Transportdienstleistungen zurückgreifen, und zwar sowohl bei den Ver- als auch bei den Entsorgungs-Verkehren. Der Ende 2007 in Betrieb genommene Erweiterungsbau des Kombi-Terminals ist hinsichtlich seiner Kapazitäten auf ein langfristiges Wachstum ausgelegt. Der Terminal ist sowohl an das niederländische als auch an das deutschen Schienennetz angebunden, letzteres über ein der BE gehörendes und auf niederländischem Staatsgebiet seit mehr als 100 Jahren verlaufenden Stammgleises – in dieser Form einmalig in Europa. Betrieben wird der KV-Terminal durch die Firma Euroterminal Coevorden BV. Zu den aktuellen Verbindungen gehören unter anderem vier wöchentliche Abfahrten nach Rotterdam sowie fünf Mal pro Woche nach Ludwigshafen. Hier hat die deutsche Kombiverkehr eine zentrale Drehscheibe eingerichtet , über die sie 21 europäische Wirtschaftszentren miteinander verknüpft. Auch für das Binnenschiff ist im Europark gesorgt. Ein eigenes Hafenbecken wurde zwischenzeitlich seiner Bestimmung übergeben. Auf niederländischer Seite laufen die Planungen, Coevorden/Emlichheim den bereits bestehenden Kanal für größere Schiffe zu ertüchtigen. BE-Vorstand Behrends sieht große, langfristig wirkende Chancen für den Europark vor allem auf dem Gebiet des Seehafen-Hinterlandverkehrs. „Aufgrund der erwarteten Zunahme maritimer Containerverkehre werden geeignete und leistungsstarke Hafenhinterland-Verbindungen immer wichtiger“, ist Behrends überzeugt. (eha)
Europark: Chance auf erstes grenzüberschreitendes GVZ Niedersachsens
Gutachten liegt zur Bewertung in Hannover vor / Industrie und Logistik sind vor Ort präsent / Alle drei Landverkehrsträger können abgefertigt werden