Durchbruch im Jagdbergtunnel

28.08.2009 10:12 Uhr
Jagdbergtunnel
Der sechsstreifige Jagdbergtunnel auf der Autobahn 4 soll 2012 freigegeben werden
©Foto: Jagdbergtunnel

Drittlängster Straßentunnel Deutschlands bei Jena erfolgreich durchbrochen

Jena. Nach knapp elf Monaten Bauzeit ist das letzte Stück Fels in der Südröhre des Jagdbergtunnels an der Autobahn 4 bei Jena durchbrochen worden. Unter den Augen von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und mehreren hundert Zuschauern gruben sich die Mineure am Donnerstag mit einem Bagger rund 140 Meter unter der Erdoberfläche durch das Gestein. Der Tunneldurchschlag wurde mit einer Multimedia-Show gefeiert. Tiefensee sprach von einer „beeindruckenden und großartigen Ingenieursleistung“. Der Anstich des Tunnels war Ende September vorigen Jahres erfolgt. Der Jagdbergtunnel ist 3,1 Kilometer lang und das Herzstück der zwölf Kilometer langen A4-Neubautrasse westlich von Jena. Das Gesamtprojekt kostet 295 Millionen Euro. „Dies ist ein Riesenschritt für den sechsstreifigen Aus- und Neubau der A4 zwischen Eisenach und Görlitz“, betonte Tiefensee laut Mitteilung. Der Jagdbergtunnel sei der drittlängste Straßentunnel Deutschlands. „Er wird mit den neuesten bau- und sicherheitstechnischen Standards ausgestattet und bietet den Autofahrern so jederzeit höchste Sicherheit.“ Die zweite Tunnelröhre soll Ende kommender Woche durchbrochen werden, sagte Bauleiter Friedrich Neureiter. Derzeit arbeiteten dort rund 150 Bauleute in mehreren Schichten. Zum Vortrieb wurden in den vergangenen Monaten jeweils bis zu 150 Löcher in den Berg gebohrt und mit Sprengstoff bestückt, der dann gezündet wurde. Anschließend wurde das Gestein mit Radladern abgebaggert. Pro Sprengung arbeiteten sich die Mineure 1,00 bis 1,70 Meter vor. In den kommenden Monaten soll das Personal aufgestockt und der Innenausbau des Tunnels vorangetrieben werden. Bis zum kommenden Frühjahr soll er noch um etwa zweieinhalb Meter vertieft werden. Neureiter: „Den Rohbau wollen wir bis Sommer 2011 abgeschlossen haben.“ Die neue Trasse soll Ende 2012 für den Verkehr freigegeben werden und künftig die sensible Natur im Leutratal schonen. Dort wachsen unter anderem seltene Orchideen. Die alte Autobahn, auf der es immer wieder zu Staus kommt, soll im Anschluss bis Sommer 2014 zurückgebaut werden. Gegen den Bau des Tunnels und die Verlegung der Trasse hatte es einen jahrelangen Streit gegeben. Die Gegner in den von dem neuen Streckenverlauf betroffenen Orten hatten starke Beeinträchtigungen für die Natur moniert und einen besseren Lärmschutz gefordert. Der Rechtsstreit war im Frühjahr mit einem Vergleich beigelegt worden, der Nachbesserungen beim Lärm- und Emissionsschutz entlang der Strecke vorsieht. (dpa)

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