DSLV: Stückgutnetze müssen noch resilienter werden

09.03.2026 10:50 Uhr | Lesezeit: 3 min
Lagerhalle Stückgut
Die sendungsbezogenen Prozesskosten sind in der Stückgutlogistik im zweiten Halbjahr 2025 laut DSLV gestiegen
© Foto: Christian Charisius/ picture alliance

Die sendungsbezogenen Kosten in der Stückgutlogistik sind im zweiten Halbjahr 2025 um 3,4 Prozent gestiegen, gleichzeitig verzeichnete man einen leichten Mengenrückgang.

Die sendungsbezogenen Prozesskosten sind in der Stückgutlogistik im zweiten Halbjahr 2025 wieder spürbar gestiegen, so der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV). Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr weise der Kostenindex Sammelgutspedition einen Zuwachs von 3,4 Prozent aus, während die Sendungsmengen in den Systemnetzen laut DSLV leicht rückläufig waren. „Das Rationalisierungspotenzial der Stückgut- und Systemnetze ist weitgehend ausgeschöpft. Sämtliche Kostensteigerungen müssen deshalb jetzt am Markt platziert werden“, sagte DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen.

Personalkosten als Treiber des Anstiegs

Laut den Angaben des DSLV ist der Anteil der Personalkosten mit 51 Prozent besonders hoch. Sie trugen laut DSLV mit einem Plus von 3,7 Prozent zum Gesamtkostenanstieg bei. Grund hierfür war unter anderem der Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2025, der sich auf die gesamte Lohn- und Gehaltsstruktur auswirkte. Auch der Anstieg der Sachkosten hielt an. Hier machten sich vor allem Investitionen in die Automatisierung und Digitalisierung der Standorte sowie die Antriebswende (batterieelektrische Lkw und betriebliche Ladeinfrastrukturen) mit einem Kostenanstieg von 4,2 Prozent bemerkbar. Ihr Anteil am Kostensplit beträgt 33 Prozent.

DSLV erwartet weitere Kostenschübe

Die Konstanz bei den Maut- und Treibstoffkosten flachte den Anstieg der Gesamtkosten im zurückliegenden Berichtszeitraum etwas ab, so der DSLV. Ohne ihre Berücksichtigung würde der Index um 3,9 Prozent steigen. Auch das Palettenhandling verursacht in den Stückgutnetzen Kosten. Mit 6,4 Prozent sind sie erheblich gestiegen. Ursächlich hierfür sei ein Anstieg der durchschnittlichen Palettenpreise um 21 Prozent. „Personal, IT, Energie und Sicherheit: dies hat alles Auswirkungen auf die Kostenstruktur. Der sprunghafte Anstieg der Dieselpreise infolge des Iran-Konflikts macht deutlich: Weitere Kostenschübe sind auch in der Zukunft zu erwarten“, fasste Huster zusammen und betonte: „Um marktfähig zu bleiben, müssen die Stückgutnetze noch digitaler, CO2-frei und resilienter werden.“

Sendungsmengen leicht rückläufig

Die dem Kostenindex zugrunde liegenden Sendungsmengen waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit minus 0,1 Prozent nur leicht rückläufig. Mit 128 Stückgutdepots ist die untersuchte Bezugsgröße um vier Standorte gestiegen. Dadurch sank die durchschnittliche Sendungszahl um 3,3 Prozent. Der DSLV veröffentlicht seinen Kostenindex Sammelgutspedition in der 23. Auflage. Der Index stellt die Prozesskosten der Stückgutnetze der jeweils ersten und zweiten Halbjahre den Vergleichszeiträumen der Vorjahre gegenüber. In den Index fließen die vom Beratungsunternehmen Forlogic wissenschaftlich erhobenen Daten von 13 Stückgutnetzen und Systemlogistikern mit insgesamt 128 Depots und aktuell 19,3 Millionen Sendungen ein.



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