Bonn. Trotz der Warnstreiks bei der Deutschen Post will das Unternehmen vorerst kein neues Angebot vorlegen. „Wir haben ein sehr gutes, sehr attraktives und vor allem verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Auf der Basis muss verhandelt werden. Insofern muss Verdi sich jetzt bewegen“, sagte Postsprecher Uwe Bensien heute in Bonn. Die Äußerungen von Personalvorstand Walter Scheurle bedeuteten nicht, dass die Post ein neues Angebot vorlegen werde. Scheurle hatte der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt, die bisherige Offerte sei „nicht das letzte Wort der Post“. Bayerns Verdi-Fachbereichsleiter Anton Hirtreiter erwiderte im Bayerischen Rundfunk, das bisherige Angebot könne nicht nachverhandelt werden. „Das muss in die Tonne und es muss ein völlig neues Angebot der Post her.“ Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich seit Sonntagabend rund 800 Mitarbeiter in neun der bundesweit 83 Briefzentren an den Warnstreiks. Betroffen waren Berlin, Dresden, Duisburg, Freising, Hannover, Wiesbaden, Mainz, Hamburg und der Großraum Stuttgart. Insgesamt blieben drei Millionen Briefsendungen liegen, hieß es. Verdi kündigte für die nächsten Tage weitere Warnstreiks an. Bundesweit müssten sich Millionen Haushalte und Unternehmen auf leere Briefkästen einstellen. Am kommenden Freitag beginnt die Urabstimmung über einen unbefristeten Ausstand, der vom 2. Mai an starten kann. Die Deutsche Post hatte bei den Tarifverhandlungen in Düsseldorf für die 130.000 Tarifkräfte eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 30. Juni 2011 und die Steigerung der Löhne der Tarifbeschäftigten in den kommenden zwei Jahren um rund 5,5 Prozent angeboten. Dafür fordert sie eine Arbeitszeitverlängerung. Die Gewerkschaft lehnt das Postangebot ab. Sie argumentiert, die Postvorschläge bedeuteten eine Verlängerung der Arbeitszeit auf 41 Stunden, was zum Wegfall von 12.500 Arbeitsplätzen führe. (dpa)
Deutsche Post: Warnstreiks in neun Briefzentren
Konzern legt im Tarifkonflikt mit Verdi kein neues Angebot vor