Das Porto für Briefe und Postkarten wird billiger

12.09.2002 18:30 Uhr

Ab 2003 zahlen Verbraucher im Durchschnitt 4,7 Prozent weniger für Briefbeförderung

Bonn. Das Porto für Briefe und Postkarten wird erstmals in der Geschichte Bundesrepublik Deutschland gesenkt. Ab 2003 verbilligt sich das Porto für Standardbriefe (bis 20 Gramm) um 1 Cent auf 55 Cent und für Postkarten um 6 Cent auf 45 Cent. Für Kompaktbriefe mit einem Gewicht von bis zu 50 Gramm ist künftig eine Marke im Wert von 1 Euro ausreichend (bisher: 1,12 Euro), für einen Großbrief fällt das Porto von 1,53 auf 1,44 Euro. Beim Maxibrief bis 1000 Gramm müssen künftig nur noch 2,20 Euro statt bisher 2,25 Euro bezahlt werden. Auch die Entgelte für Auslandssendungen würden sinken, teilte die Post AG mit. So koste der Standard-Europabrief künftig wie ein Inlandsbrief 55 Cent gegenüber 56 Cent. Auch die Europa-Postkarte habe mit 45 Cent ebenfalls denselben Preis wie eine Inlandspostkarte. Im Durchschnitt werden die Verbraucher für die Briefbeförderung im Durchschnitt 4,7 Prozent weniger bezahlen als bisher. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post genehmigte am Donnerstag entsprechende Anträge der Deutschen Post AG. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) bezeichnete die Senkung des Briefportos auf breiter Front als eine gute Nachricht für die Verbraucher und als ein Ergebnis der schrittweisen Öffnung der europäischen Postmärkte. "Die jetzt getroffene Entscheidung entlastet die Postkunden mit fast 300 Millionen Euro", erklärte der Minister in Berlin. Damit werde auch ein Beitrag zu Preisstabilität geleistet. Die Genehmigung sei bis zum 31. Dezember 2003 befristet, teilte die Regulierungsbehörde mit. Sie hatte die Absenkung des Briefportos im Monopolbereich der Post vor einigen Wochen angeordnet. Das Bonner Logistikunternehmen muss im Zuge der Öffnung der Postmärkte im Rahmen des so genannten Price Cap Verfahrens jährliche Anpassungen vornehmen. Eine Sprecherin der Post wollte nicht ausschließen, dass 2004 eine weitere Senkung anstehe. Aufgefangen würden die Einbußen, die sich bis 2007 auf 1,5 Milliarden Euro aufsummieren würden, durch geeignete Maßnahmen. So wird die Post schon im kommenden Jahr für anderen Leistungen höhere Preise verlangen. So koste ein eingeworfener Einschreibe-Brief künftig 1,60 Euro statt bisher 1,53 Euro, hieß es. Für Sendungen mit dem Vermerk "Eigenhändig" und "Rückschein" sei künftig 1 Cent mehr zu zahlen und damit 1,80 Euro statt bisher 1,79 Euro. Ein "Infobrief Standard" muss künftig mit 45 Cent, statt bisher mit 41 Cent frankiert werden. (vr/dpa)

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