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Daimler: NFZ-Absatz halbiert sich

Renschler erwartet Einbruch um bis zu 50 Prozent auf dem europäischen LKW-Markt (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Nutzfahrzeugchef Renschler fordert staatliche Anreize zum Kauf von Investitionsgütern


Datum:
20.03.2009
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Stuttgart. „Der Nutzfahrzeugabsatz wird 2009 in Europa zwischen 30 bis 50 Prozent gegenüber 2007 einbrechen.“ Das sagte Andreas Renschler, Vorstand bei Daimler Trucks und, am Freitag vor der Presse in Stuttgart. Der Daimler-Manager ist damit der erste Nutzfahrzeugchef, der eine Markteinschätzung abgibt. Auch in Japan werde der Marktrückgang bei etwa bei 40 Prozent, in USA bei 30 Prozent liegen. Vorsichtig optimistisch zeigte sich der Daimler-Manager danach für China und Russland. Hier gebe es Anzeichen dafür, dass die Talsohle durchschritten sei. Eine generelle Markterholung sehe er allerdings erst ab 2010. Die Auftragseingänge bei den Nutzfahrzeugen seien im laufenden Jahr laut Renschler um durchschnittlich 13 Prozent eingebrochen. Die Rückgänge der Hauptwettbewerber, also MAN, Scania und Volvo, bei den Ordereingängen schätzt er sogar auf fast 50 Prozent für das Gesamtjahr. Nicht alle Hersteller, so Renschler weiter, würden diese Krise überleben: „Eine Marktbereinigung ist unausweichlich.“ Interesse an Aufkäufen habe man jedoch nicht. Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller stellt sich mit einem Milliarden-Sparprogramm und Kurzarbeit in allen deutschen LKW-Werken auf eine längere Durststrecke ein. In den nächsten Monaten solle mit verschiedenen Maßnahmen ein „vierstelliger Millionenbetrag“ eingespart werden, sagte Renschler in Stuttgart. „Sollte sich die Situation noch weiter verschärfen, sind wir entschlossen, die Stellschrauben weiter anzuziehen.“ Von April oder Mai an arbeiten alle 18.000 Mitarbeiter in den deutschen LKW-Werken Wörth, Gaggenau, Kassel und Mannheim kurz. Alle Stellen der rund 2000 Leiharbeiter und befristet Beschäftigten wurden abgebaut. Im vergangenen Jahr hatte Daimler Trucks trotz des Markteinbruchs im vierten Quartal den Umsatz im weltweiten Nutzfahrzeuggeschäft inklusive Busse insgesamt leicht um ein Prozent auf insgesamt 472.100 Fahrzeuge steigern können. Der Umsatz stieg um 106 Millionen Euro auf 28,6 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr, der Gewinn brach von 2,1 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro ein. Das eigene Truck-Geschäft sieht der Truck-Chef gut aufgestellt. „Wir stehen stabil da und trauen uns zu, stärker aus der Krise herauszugehen.“ Dazu stellt der Konzern derzeit alle Investitionen weltweit auf den Prüfstand. So werden etwa 18.000 Mitarbeiter in allen deutschen Nutzfahrzeugwerken ab April in Kurzarbeit gehen, Gehaltskürzungen von zehn Prozent in Nafta und Japan sind bereits umgesetzt, Daimler Trucks North America konzentriert sich auf eine Zwei-Marken-Strategie, die Marke Sterling ist bereits vom Markt genommen. Von den eingeleiteten Sofortmaßnahmen verspricht man sich Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro.

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