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Currywurstabend des GVN: Energiekosten, LNG-Desaster und Fahrermangel

Von links: GVN-Hauptgeschäftsführer Benjamin Sokolovic mit Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) und GVN-Präsident Mathias Krage 
© Foto: Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen

Bereits zum 8. Mal fand der parlamentarische Currywurstabend des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen statt. Mit rund 240 Gästen wurde über die aktuellen Herausforderungen für die Branche gesprochen.


Datum:
18.05.2022
Autor:
Stephanie Noll
Lesezeit: 
3 min
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Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) bilanzierte in diesem Jahr eine nach eigenen Angaben erfolgreiche Neuauflage seines traditionellen parlamentarischen Currywurstabends. Am Dienstag trafen sich rund 240 Gäste beim mittlerweile achten Parlamentarischen Abend im Brauhaus Ernst August in Hannover. Unter den Gästen waren neben dem Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) zahlreiche Abgeordnete des niedersächsischen Landtages, der Regions- und Polizeipräsident, der Bürgermeister sowie Vertreter der Kammern, des Wirtschaftsrates, der Gewerkschaften wie auch des Bundesarbeitsgerichts.

Tankrabatt als „Tropfen auf dem heißen Stein“

GVN-Präsident Mathias Krage begrüßte die Teilnehmer und ging gleich zu Beginn auf das zentrale Thema der explodierenden Energiekosten ein. „Eigentlich hätte es nach der Pandemie schnell aufwärtsgehen können. Doch der Angriff Russlands auf die Ukraine und die explodierenden Energiekosten beunruhigen das Gewerbe. Der Tankrabatt von 14 Cent pro Liter Diesel ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Besser wäre es, von der Diesel- und CO2-Besteuerung runterzukommen.“

LNG-Flotte als Verlustbringer

Mit Blick auf den Bereich Güterverkehr und Logistik warnte der GVN-Hauptgeschäftsführer Benjamin Sokolovic vor den Folgen des LNG-Desasters: Die Politik habe vor Jahren LNG-betriebene Lkw stark beworben und mit Fördermitteln und Mautbefreiungen angepriesen. Viele Unternehmen hätten daraufhin den gesamten Fuhrpark auf Flüssig-Erdgas umgestellt. Nach einer Verdreifachung der LNG-Preise seien diese nicht mehr wettbewerbsfähig. Der Vorteil gegenüber dem Diesel sei längst Makulatur und die Fahrzeuge nur noch Verlustbringer. Unerlässlich für die Unternehmer sei Planungssicherheit, aber nicht nur für zwei, sondern für acht bis zwölf Jahre. „Wer soll denn künftig – wenn jetzt nicht von der Politik nachgebessert wird – noch in neue Technologien investieren? Gebrannte Kinder, wie die Käufer von LNG-Lkw, werden dies sicher nicht mehr tun“, mahnte Sokolovic.

Mehr politische Hilfe beim Thema Fahrermangel gefordert

Als weiteres erhebliches Wirtschaftsrisiko sprach Sokolovic den Fahrermangel an. Der GVN habe trotz des schwierigen Pandemieumfeldes einen Lohn- und Gehaltstarifvertrag abgeschlossen in einer noch nie dagewesenen Höhe. So seien Azubigehälter bis zu 30 Prozent angehoben worden - ein wichtiges Signal für den Nachwuchs. „Wichtig ist aber auch die Hilfe der Politik für eine gemeinsame Imagekampagne für das Berufsbild des Lkw-Fahrers sowie die Umsetzung des vom GVN angeregten begleiteten Fahrens mit 17 Jahren.“ Schließlich müsse sich die Politik des wichtigen Themas „qualifizierte und legale Einwanderung“ annehmen. Erforderlich seien 400.000 Einwanderer aller Qualifizierungsgrade, jährlich. „Das wird auf altbekannte Reflexe und Widerstände in der Gesellschaft stoßen, aber wir werden uns dieser Herausforderung stellen müssen, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen“, so Sokolovic.

Abschließend versprach GVN-Präsident Krage für 2023 eine Neuauflage des parlamentarischen Abends unter dem Motto: „Eine Currywurst bitte!“. (sn)

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