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Container sollen das Schweben lernen

Illustration der Magnetschwebebahn, die einen Container transportiert
© Foto: Firmengruppe Max Bögl

Die für den Personennahverkehr entwickelte Magnetschwebebahn Transport System Bögl (TSB) soll für den Güterverkehr adaptiert werden. Als Anwendungsgebiete bieten sich zum Beispiel Seehäfen an.


Datum:
08.10.2020
Autor:
John Aukenthaler
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Berlin. „Ich will Ihnen zeigen, wie Güter schweben können“, sagte Aufsichtsratschef Johann Bögl vom Bauunternehmen Max Bögl am Mittwoch auf dem Symposium Logistik Innovativ des Logistik-Kompetenzzentrums (LKZ) Prien. Dafür will das Unternehmen die auf eigene Kosten entwickelte und kurz vor der Einsatzreife stehende Magnetschwebebahn Transport System Bögl (TSB) für den Transport von Containern anpassen. Statt einer Kabine für den Personenverkehr soll auf das Antriebs- und Schwebemodul ein Container-Tragrahmen montiert werden. Denkbar seien auch andere Aufsätze, betonte Bögl, aber für den Anfang setze man auf den Containertransport. Ein erster Demonstrator soll bereits in den kommenden Wochen auf der firmeneigenen Teststrecke in Sengenthal (Oberpfalz) in Betrieb genommen werden.

Laut Bögl ist das TSB Cargo prädestiniert für Anwendungen, wo einzelne Container auf kurze Entfernungen verteilt oder möglichst schnell abgefahren werden werden müssen – also zum Beispiel bei der Containerumfuhr und -Abfuhr in Seehäfen. Anders als bei Eisenbahn sei beim fahrerlosen TSB keine Zugbildung nötig. Die Taktfolge zwischen zwei Einheiten bezifferte er mit 20 Sekunden. Damit könnten pro Tag rund 4000 Container bewegt werden. Bögl hofft, schon in fünf Jahren eine erste Anwendung im Realbetrieb zeigen zu können – „wenn wir die richtigen Partner finden“.

Das TSB erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und kann kleine Bogenradien (45 Meter) sowie starke Steigungen bis 10 Prozent bewältigen. Technisch unterscheidet sich TSB vom Transrapid dadurch, dass der „Motor“ und die Schwebetechnik nicht im Fahrweg untergebracht sind, sondern im Fahrzeug (Kurzstator-Linearmotor statt Langstator-Linearmotor). Dadurch ist die Infrastruktur deutlich kostengünstiger. Anders als beim Transrapid greift die Antriebs- und Schwebetechnik des Fahrzeug auch nicht um die Fahrbahn herum, sondern ist in einem Aggregateträger in Form eines umgekehrten „T“ untergebracht, der in eine hohle Fahrbahn durch einen Schlitz von oben hineingreift. Damit sei das TSB deutlich robuster bei Schnee und Eis, außerdem würden Geräusche wirksam abgeschirmt, stellt das Unternehmen heraus.

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat Ende August wesentlichen Komponenten der Personenverkehrs-Version des TSB die Zulassungsfähigkeit bescheinigt. Neben der nur rund 800 Meter langen Teststrecke in Sengenthal ist seit diesem Sommer auch eine 3,5 Kilometer lange Teststrecke im chinesischen Chengdu in Betrieb. (roe)

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