Castortransporte 2026: Logistik unter Hochspannung

30.01.2026 09:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Chrisbo
Ein Castortransport verlässt das Gelände des Forschungsreaktors in Garching
© Foto: Wenzel Schürmann, FRM II / TUM

Hochradioaktive Fracht, maximale Sicherheitsanforderungen und ein politisch aufgeladenes Umfeld: Wie der Transport abgebrannter Brennelemente aus Garching organisiert wird – und warum Castortransporte bis heute ein sensibles Thema bleiben.

Castortransporte gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben der deutschen Logistik. Kaum ein anderes Transportgut ist technisch so komplex, politisch so sensibel und sicherheitsrelevant so streng reguliert. Der bevorstehende Abtransport bestrahlter Brennelemente vom Forschungsreaktor FRM II in Garching zum Zwischenlager Ahaus zeigt exemplarisch, wie vielschichtig diese Transporte sind – und wie eng Behörden, Betreiber und Speziallogistiker zusammenarbeiten müssen.

Atommüll aud Reisen: Wie Castortransporte organisiert werden

Während Castortransporte in den 1990er‑ und 2000er‑Jahren vor allem durch massive Proteste im Wendland bekannt wurden, hat sich die operative Realität stark verändert. Heute dominieren minutiöse Planung, standardisierte Abläufe und ein engmaschiges Sicherheitskonzept. Dennoch bleibt das Thema politisch aufgeladen – nicht zuletzt, weil die Endlagersuche weiterhin ungelöst ist.

Die zentralenHerausforderungen im Überblick

  • Hochradioaktive Brennelemente erfordern spezielle Behälter wie den CASTOR® MTR3
  • Beladung, Abdichtung und radiologische Vermessung unterliegen strengen Prüfprotokollen
  • Routen und Zeitpunkte bleiben geheim, um Sabotage zu verhindern
  • Polizei, Behörden, Betreiber und Logistiker arbeiten in eng abgestimmten Prozessen
  • Zwischenlager wie Ahaus übernehmen Verantwortung, bis ein Endlager gefunden ist

Der FRM II in Garching ist kein Atomkraftwerk, sondern eine wissenschaftliche Neutronenquelle. Dennoch entstehen dort hochradioaktive Brennelemente, die nach Jahren im Abklingbecken in einen Transport- und Lagerbehälter überführt werden müssen. Für Garching wurde dafür ein spezieller CASTOR‑Typ entwickelt, der auf die Geometrie und Aktivität der Forschungsbrennelemente ausgelegt ist.

Abläufe, Sicherheit, Verantwortung

Die Beladung des CASTOR® erfolgt direkt am Standort Garching:

Brennelemente werden aus dem Abklingbecken entnommen, in den Behälter überführt, verschlossen, abgedichtet und radiologisch geprüft. Erst nach behördlicher Freigabe beginnt der Transport – begleitet von Polizei, Spezialfahrzeugen und strengen Sicherheitsmaßnahmen.

Die Verantwortung ist klar verteilt:

  • FRM II / TUM: Vorbereitung, Beladung, Freigabe
  • Orano NCS: Transportlogistik, Genehmigungen, Handling
  • BGZ: Übernahme und Lagerung in Ahaus

In der aktuellen Folge von VerkehrsRundschau Funk sprechen Tabea Schulz und Christian Bonk mit Andrea Voit, Pressesprecherin des FRM II, über die Abläufe hinter den Kulissen, die Sicherheitsarchitektur und die Frage, warum Castortransporte bis heute ein gesellschaftliches Reizthema bleiben.


So wird ein Castortransport vorbereitet

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