KfW: US‑Politik belastet deutschen Mittelstand spürbar

16.03.2026 14:35 Uhr | Lesezeit: 3 min
Freiheitsstatue_USA
Weniger Geschäft in den USA: Deutscher Mittelstand zieht sich zurück
© Foto: A2Z AI/stock.adobe.com (generiert mit KI)

KfW‑Research: Mehr als die Hälfte der mittelständischen Firmen mit USA‑Geschäft spürt negative Effekte der neuen US‑Politik.

Die seit Anfang 2025 geltende Handels‑, Wirtschafts‑ und Außenpolitik der US‑Regierung wirkt sich deutlich auf deutsche Mittelständler aus. Laut einer Sonderbefragung von KfW Research berichten 52 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit USA‑Geschäft von spürbaren Nachteilen.

Für 36 % hat sich bisher wenig verändert, und nur rund sieben Prozent verzeichnen positive Effekte – meist Firmen mit eigenen Standorten in den USA oder Unternehmen aus sicherheits‑ und verteidigungsnahen Branchen.

Viele KMU ziehen sich ganz aus dem US‑Geschäft zurück

Die Folgen des politischen Kurswechsels sind tiefgreifend:
Der Anteil der deutschen KMU mit Geschäftsbeziehungen in die USA sank zwischen 2019 und Januar 2026 von 18,7 % auf nur noch 11,3 %.

Besonders stark ist der Rückgang im Exportgeschäft:

  • Direkte US‑Kunden: 2019 = 7,1 %, 2025 = 8,5 %, Januar 2026 = 5,8 %
  • Indirekte Exporte über EU‑Kunden: 2019 = 7,4 %, Januar 2026 = 3,0 %

Viele Mittelständler meiden den US‑Markt zunehmend – aus Sorge vor Zöllen, Unsicherheiten und sprunghaften politischen Entscheidungen.

Zölle, Unsicherheit und widersprüchliche Signale belasten die Firmen

Ein zentraler Faktor ist die Zollpolitik der US‑Regierung. Diese habe die Situation der deutschen Unternehmen erheblich verschlechtert, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.
Zudem seien viele KMU verunsichert, wie sich die US‑Wirtschaftspolitik weiter entwickeln wird.

Für zusätzliche Irritation sorgt ein Urteil des US‑Supreme Courts, das einen Großteil der neuen Zölle für unwirksam erklärte.
Schumacher warnt:
Solange keine Klarheit herrsche und das Vertrauen in die politische Verlässlichkeit der USA zurückkehre, würden viele Firmen den US‑Markt meiden.

10 % der Unternehmen gelten bereits als insolvenzgefährdet — Risiko steigt

Parallel zur abnehmenden USA‑Geschäftstätigkeit steigen laut KfW die finanziellen Risiken im Mittelstand. Bereits 10,3 % der deutschen Unternehmen gelten als insolvenzgefährdet – ein weiterer Unsicherheitsfaktor für exportorientierte KMU.

Fazit: US‑Politik wirkt als Belastung – Mittelstand auf Rückzug

Die KfW‑Daten zeigen klar:

  • Die neue US‑Politik erschwert deutschen Firmen den Marktzugang.
  • Exporte brechen ein, und KMU ziehen sich spürbar zurück.
  • Positive Effekte bleiben eine Ausnahme.
  • Die Unsicherheit über die künftige US‑Strategie bremst Investitionen und Engagement.

Viele Unternehmen werden erst dann wieder aktiv in den USA investieren, wenn sich das politische Umfeld stabilisiert und klare Regeln gelten.

HASHTAG


#Mittelstand

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