BUND fordert Aussetzung der Elbvertiefung

14.04.2009 11:48 Uhr
Elbe
Die Elbe soll nach dem Willen der Hamburger Wirtschaft weiter ausgebaggert werden
© Foto: Arndt

Wirtschaftskrise zum Umdenken nutzen: Umweltschutzorganisation zweifelt an Bedarf für ein Ausbaggern der Elbe

Hamburg/Berlin. Die Umweltschutzorganisation BUND sieht in der Flaute für die Schifffahrt „eine Chance für die Elbe“. Die Wirtschaftskrise sollte dazu genutzt werden, „ernsthaft Lösungen für ein nachhaltiges Konzept für die vier Nordseehäfen zu suchen“, sagte der Verkehrsexperte des Bundesverbandes, Manfred Reh. Eine weitere Elbvertiefung müsse auch darum ausgesetzt werden, weil der Bedarf nicht belegt sei. „Die Entwicklung geht nicht zu Riesenschiffen für 12.000 bis 13.000 Standardcontainer“, sagte Reh. Dabei könnten auch die größten Schiffe bei „vernünftigem Handling“ schon heute die Elbe hoch bis Hamburg fahren. „Bei einer Arbeitsteilung zwischen den Nordseehäfen Cuxhaven, Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg ist aber auch das nicht nötig“, betonte der BUND-Experte. Viel vernünftiger wäre es, Container zum Beispiel in Wilhelmshaven auf kleinere Schiffe umzuladen und sie so nach Hamburg zu bringen. Die Wirtschaftskrise mache besonders deutlich, wie wichtig Kooperation für die Häfen sei. „Konkurrenz ist für die Nordseehäfen gefährlich, besonders wenn die Auftragslage so schlecht ist. Es müssen endlich alle Akteure an einen Tisch, die Hafenwirtschaft, die Reeder, Gewerkschaften, Umweltverbände, Politik und Verwaltung“, forderte Reh. Bevor es kein Gesamtkonzept gebe, dürften keine neuen Fakten in der Elbe geschaffen werden. Aus Berlin waren schon im März Signale gekommen, dass die Arbeiten zur Elbvertiefung noch in diesem Jahr beginnen könnten. Angesichts der Tatsache, dass das Planfeststellungsverfahren erst am Anfang sei, „ein völlig unverständlicher Vorgang“, meinte der BUND-Verkehrsexperte. Dass eine weitere Flussvertiefung zu Lasten der Ökologie gehe, sei unbestritten. Aber eine neue Vertiefung in Angriff zu nehmen, bevor die letzte abgearbeitet sei, „ist schlichtweg ein Skandal“. Da werde eine neue Rechnung aufgemacht, bevor die alte beglichen sei, denn die Ausgleichsmaßnahmen für die Elbvertiefung von 1999 ließen bis heute auf sich warten. (dpa)

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