-- Anzeige --

Brandbrief der maritimen Wirtschaft an die Bundesregierung

Kritisiert wird der Ansatz, Schiffsemissionen ausschließlich am Schornstein zu bewerten (Symbolbild)
© Foto: Kara/Fotolia

Die maritime Wirtschaft kritisiert Vorgaben der EU-Kommission, welche Investitionen künftig als „grün“ gelten dürfen. Besonders im Fokus ist dabei der sogenannte „Schornsteinansatz“.


Datum:
23.07.2021
Autor:
Thomas Burgert
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

Hamburg. Die EU-Kommission gefährdet aus Sicht der maritimen Wirtschaft die Klimawende in der Schifffahrt. Stein des Anstoßes sind von der Brüsseler Behörde definierte Kriterien, welche Investitionen künftig als „grün“ gelten dürfen – mit gravierenden Konsequenzen für Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. In einem Brandbrief an die Bundesregierung setzen sich acht Verbände dafür ein, die entsprechenden maritimen Regeln zu stoppen und zu überarbeiten. Das Thema gehört, wie die vor kurzem präsentierten Klimaziele, zum „Green Deal“ der EU.

Die Branchenvertreter kritisieren, dass von 2026 an nur noch solche Schiffe als nachhaltig gälten, bei denen keine CO2-Emissionen direkt aus dem Schornstein kommen. „Der Ansatz, Schiffsemissionen ausschließlich am Schornstein zu bewerten und nicht die Klimaneutralität eines Antriebskonzeptes eines Schiffes insgesamt, ist falsch, löst die Klimakrise nicht und wird der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Maritimen Wirtschaft schweren Schaden zufügen“, heißt es in dem Schreiben, das der „Deutschen Presse-Agentur“ vorliegt. Die EU-Kommission hatte im April Details der sogenannten „Taxonomie“ präsentiert. Dieser „delegierte Rechtsakt“ zu der seit 2020 geltenden Taxonomie-Verordnung soll definieren, welche wirtschaftlichen Aktivitäten „substanzielle positive Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt“ haben.

Vorschriften stellen Weichen für Finanzströme

Die Details sind technisch, doch auch politisch umstritten, weil Weichen für Finanzströme gestellt werden. So fürchten die maritimen Verbände nun, dass Finanzierungsinstrumente der öffentlichen Hand und EU-Beihilferegeln entsprechend angepasst werden, so dass Schiffsfinanzierungen oder die staatliche Förderung schadstoffarmer Treibstoffe künftig unmöglich würden.

Der von der maritimen Wirtschaft kritisierte „Schornstein-Ansatz“ reduziert aus ihrer Sicht das künftige Treibstoffportfolio der Schifffahrt auf Wasserstoff, Ammoniak und Batteriestrom. Stattdessen würden Bio-Kraftstoffe und klimaneutrale Treibstoffe wie zum Beispiel synthetisches Methanol verhindert. Diese seien jedoch „besser für maritime Anwendungen geeignet“, während Wasserstoff und Batterien aus Sicht der Branche im Langstreckenverkehr keine Alternative sind. (dpa)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


ANMELDUNG ZUM SMS-NEWSLETTER

Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.