Bode: Wasserstraßen müssen ausgebaut werden

31.03.2010 12:45 Uhr
Jörg Bode
Verkehrsminister Bode fordert Ausbau der Wasserstraßen
©Foto: Stefan Simonsen

Um Staus auf Straße und Engpässe auf der Schiene zu vermeiden, will Verkehrsminister Bode die Anbindung der Häfen an das Hinterland fördern

Hannover. Gut ausgebaute Wasserstraßen könnten Staus auf Straßen und Engpässe auf Schienen deutlich reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Franzius Institutes für Wasserbau und Küsteningenieurwesen, die am Mittwoch in Hannover vorgestellt wurde. "Die aktuellen Verkehrsprobleme zeigen deutlich, dass wir handeln müssen", sagte Niedersachsen Verkehrsminister Jörg Bode (FDP). Die zuverlässige Anbindung der Häfen an das Hinterland sei zukünftig darüber hinaus entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Exportlandes Deutschland. Das Gutachten geht davon aus, dass bis 2025 die Verkehrsleistungen im Güterverkehr auf der Schiene um 65 Prozent und auf der Straße um fast 80 Prozent zunehmen werden. "Alleine im größten deutschen Seehafen Hamburg wird eine Zunahme im Containerverkehr von 9,9 Millionen TEU (2007) auf 23,5 Millionen TEU (2025) erwartet", sagte Institutsleiter Torsten Schlurmann. TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) bezeichnet die sechs Meter langen Containereinheiten. Bis 2025 bedeute dies mindestens eine Verdoppelung der Transportfahren mit Binnenschiffen und zweieinhalb mal so viele Lastwagentouren. Aus diesem Grund appelliert Bode an den Bund, die vorhandenen Wasserstraßen in Norddeutschland besser auszubauen. "Die Flüsse und Kanäle bieten große Ressourcen, die wir nutzen müssen." Deshalb müssten Engstellen wie das Schiffshebewerk Scharnebeck bei Lüneburg beseitigt werden. "Im Jahr 2007 wurden in Scharnebeck etwa 6,9 Millionen Gütertonnen befördert", sagte Schlurmann. Für 2025 erwartet die Studie ein Ladungsgewicht von fast 18 Millionen Tonnen. Damit wäre die Schleuse aber weit überfordert. "Die Leistungsfähigkeit der Wasserwege ist immer nur so groß, wie die des schwächsten Verbundgliedes." Bode betonte, dass der Ausbau des Schiffshebewerkes weitaus günstiger sei als der Ausbau der Elbe. Vorsichtige Schätzungen gehen von einem dreistelligen Millionenbetrag "im unteren Bereich" aus. Aber auch für die Umwelt wäre eine bessere Auslastung der vorhandenen Wasserstraßen ein Gewinn: Beim Gütertransport per Binnenschiff gebe es einen geringeren CO2-Ausstoß, kaum Lärmbelästigung sowie eine hohe Sicherheit bei gleichzeitig hoher Leistungsfähigkeit. Der Ausbau der Wasserstraßen sei eine nationale Aufgabe, sagte Rolf Warmbold, Stiftungsratsvorsitzender des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen. Bode will das Gutachten bereits in den nächsten Tagen Bundesumweltminister Peter Ramsauer (CSU) vorlegen. Die Stiftung hatte die Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover mit der Studie beauftragt. (dpa)

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