Verbände begrüßen neue Förderrichtlinie für E‑Lkw‑Ladeinfrastruktur

05.05.2026 10:16 Uhr | Lesezeit: 3 min
Henrik Stedt von Scania lädt an einer Ladesäule des Typs Megawatt Charging System (MCS) einen E-Lkw. Am Rasthof Lipperland Süd an der Autobahn A2 wird ein Megawatt-Ladepark für E-Lastkraftwagen eröffnet
Der Bund fördert die Ladeinfrastruktur für E-Lkw mit zunächst 200 Millionen Euro - die Branchenverbände freut's
© Foto: picture alliance/dpa | Friso Gentsch

BGL und DSLV bewerten die neue Förderrichtlinie für E‑Lkw‑Ladeinfrastruktur als wichtigen Schritt. Gefördert werden neben Ladepunkten auch Netzanschlüsse, Speicher und Lastmanagement.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) hat die jüngst vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) vorgestellte Förderrichtlinie für E-Lkw-Ladeinfrastruktur als „dringend notwendigen und seit Langem überfälligen Schritt“ bezeichnet und ausdrücklich begrüßt.

Besonders positiv bewertet der BGL, dass neben Ladepunkten im Depot auch notwendige Netzanschlüsse, Batteriespeicher sowie Lastmanagementsysteme förderfähig sind. Dieser praxisnahe Ansatz trage den realen Anforderungen der Unternehmen Rechnung und erhöhe die Umsetzbarkeit der Investitionen deutlich, so der Verband in einem Statement.

Auch der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik lobt das Programm: "Die Fördersystematik bildet die komplexe und arbeitsteilige Struktur der Logistikbranche sachgerecht ab. Wichtig ist insbesondere, dass Depot-Ladestrom auch an Dritte und Subdienstleister abgegeben werden darf – das ist praxisnah und folgerichtig", so Simon Brück, Leiter Umwelt-, Klima- und Energiepolitik beim DSLV, in einem Statement.

Weitere Maßnahmen für Markthochlauf gefordert

Gleichzeitig werden weitere Maßnahmen gefordert, um den Markthochlauf batterieelektrischer Lkw nachhaltig zu unterstützen. Konkret zählt der BGL hier auf:

  • eine KMU-gerechte Kaufprämie für Fahrzeuge
  • eine verlässliche Strompreissicherheit
  • eine tragfähige und praxistaugliche Mehrgewichtskompensation
  • die konsequente Förderung alternativer Kraftstoffe

Der DSLV betrachtet das Fördervolumen von 200 Millionen Euro im ersten Aufruf als "wichtigen Einstieg", angesichts der gewaltigen Transformationsaufgabe im schweren Güterverkehr aber als unterdimensioniert. Folgeaufrufe müssten frühzeitig und mit klaren Fristen angekündigt werden, die Mittel aufgestockt und mehrjährig im Haushalt verankert sein. "Unternehmen planen in Abschreibungszyklen, nicht in Haushaltsrunden. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass die Politik Kurs hält“, so Brück.

Zügige Abwicklung durch Projektträger Jülich entscheidend

Der BGL erwartet eine schnelle und unbürokratische Projektabwicklung durch den Projektträger Jülich (PTJ). Nur wenn Bewilligung und Auszahlung zügig erfolgten, könne sichergestellt werden, dass die bereitgestellten Fördermittel rasch wirksam werden.

Förderprogramm Teil des Masterplans Ladeinfrastruktur

BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt sagte: „Wir danken allen Beteiligten – insbesondere Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder – für die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für diese bislang überzeugendste Fördermaßnahme zur Errichtung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur! Sie ist ein wichtiger Impuls für die Transformation des Straßengüterverkehrs.“

Das Förderprogramm wird im Rahmen des Masterplans Ladeinfrastruktur umgesetzt, an dessen Mitwirkung der BGL maßgeblich beteiligt war.  

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