BALM-Mittelfristprognose Winter 2025/2026
- BALM-Mittelfristprognose Winter 2025/2026 (2.1 MB, PDF)
Mittelfristprognose Winter 2025/26: Verkehr bleibt von Unsicherheiten geprägt
Im Rahmen der „Gleitenden Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr“ hat Intraplan Consult im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV, inzwischen Bundesministerium für Verkehr/BMV) – vertreten durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) – die „Mittelfristprognose Winter 2025/26“ erstellt. Sie umfasst die Jahre 2026 bis 2029 und enthält zusätzlich einen Überblick über die Entwicklung im bereits abgeschlossenen Jahr 2025. Die für 2025 ausgewiesenen Werte sind dabei überwiegend Schätzwerte.
In den Tabellen der Prognose werden neben den jährlichen Veränderungsraten gegenüber dem jeweiligen Vorjahr auch Veränderungen für den Zeitraum 2019 bis 2029 ausgewiesen. So lässt sich ablesen, in welchem Umfang die Kennzahlen im Zieljahr 2029 über oder unter dem Vorkrisenniveau 2019 liegen. Im Personenverkehr sind diese Vergleiche gegenüber 2019 auch für relevante Zwischenjahre zusätzlich dargestellt; im Güterverkehr wird dies nicht als erforderlich bewertet.
Seit der Sommerprognose 2012 wird zudem der Luftverkehr (Fracht und Passagiere) vom zuständigen Referat im BALM prognostiziert.
Annahmen: Iran-Krieg, Handelspolitik und Energiepreise als zentrale Faktoren
Die Prognose stützt sich bei der gesamtwirtschaftlichen Einordnung auf den Jahreswirtschaftsbericht 2026 der Bundesregierung sowie die darauf aufbauende mittelfristige Projektion des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) vom 28. Januar 2026, die als offizielle Prognose der Bundesregierung gilt.
Gleichzeitig wird betont, dass Verkehrs- und Wirtschaftsentwicklung kurzfristig erneut von erheblichen Unsicherheiten beeinflusst werden. Als zentrale Einflussgrößen nennt der Bericht unter anderem den seit Ende Februar 2026 laufenden Iran‑Krieg und die Lage im Nahen Osten, bestehende bzw. mögliche weitere geopolitische Krisen (Russland/Ukraine, potenziell China/Taiwan) sowie die Außenhandelspolitik der US‑Regierung. Für die Prognose werden hierzu mehrere Kerannahmen getroffen, darunter:
- Der Iran‑Krieg dauert – wie angekündigt – etwa vier bis sechs Wochen und weitet sich nicht regional aus; eine Ausweitung hätte deutlich stärkere Effekte auf Energiepreise sowie europäische und globale Wirtschaft.
- Es wird kein Handelskrieg zwischen den USA und Europa unterstellt; Zölle, die im Januar 2026 bereits galten oder vereinbart waren, bleiben im Prognosezeitraum bestehen.
- Das Sanktionsregime gegen Russland bleibt bestehen; Energierohstoffe bleiben auch wegen der Entwicklungen in der Golfregion knapp.
- Die wirtschaftlichen Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf Europa verschärfen sich nicht.
- Der Flüchtlingszustrom aus der Ukraine hat sich deutlich abgeschwächt; der Wanderungssaldo normalisiert sich und bleibt auf diesem Niveau.
- Der Preis des Deutschlandtickets wurde 2026 von 58 auf 63 Euro erhöht und wird im weiteren Prognosezeitraum weniger deutlich angehoben.
- Die CO₂‑Bepreisung wird nach aktueller Beschlusslage fortgeführt.
- Die Auswirkungen von Trassenpreiserhöhungen sind wegen Klagen und offener Förderfragen noch nicht final; für die Prognose wird nur von einer leichten Erhöhung der Nutzer‑ bzw. Transportkosten im Personen- und Güterverkehr ausgegangen.
- Arbeitskämpfe im ÖSPNV dämpfen wie im Vorjahr das Jahresergebnis; für 2027 bis 2029 werden keine weiteren gravierenden Streikaktivitäten angesetzt.