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Allianz pro Schiene und VDV: Mehr Tempo bei Strecken-Elektrifizierung gefordert

Der Oberleitungsausbau auf Bahnstrecken lässt sich  laut VDV und Allianz pro Schiene mit verschiedenen Maßnahmen beschleunigen (Symbolbild)
© Foto: RheinCargo

75 Prozent des Bundesschienennetzes sollen nach dem Willen der Bundesregierung bis 2030 elektrifiziert sein. Das kann laut den Verbänden nur gelingen, wenn Entscheidungsprozesse beschleunigt werden.


Datum:
18.03.2022
Autor:
Marie Christin Wiens
Lesezeit: 
2 min
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Berlin. Allianz pro Schiene und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordern mehr Tempo bei der Elektrifizierung von Bahnstrecken: „Der Bund muss bei der Strecken-Elektrifizierung erheblich schneller werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen“, so Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene.

Bis 2030 sollen laut Koalitionsvertrag 75 Prozent des Bundesschienennetzes elektrifiziert sein. Derzeit ist das 33.400 Kilometer umfassende Streckennetz erst zu gut 61 Prozent elektrifiziert, wie die beiden Organisationen weiter mitteilen.

500 Kilometer neue Oberleitungen pro Jahr nötig

In den letzten Jahren seien im Schnitt nur 65 Kilometer jährlich neu mit Oberleitungen ausgestattet worden. „Um 75 Prozent zu erreichen, müssen nach unseren Berechnungen künftig jährlich 500 Kilometer neu elektrifiziert werden“, erläutert Flege.

Dafür seien nicht nur mehr Gelder, sondern vor allem beschleunigte Entscheidungsprozesse auf der Bundesebene notwendig, ergänzt Martin Henke, VDV-Geschäftsführer Eisenbahnverkehr.

Verzicht auf einzelfallbezogene Nutzen-Kosten-Untersuchung

Die beiden Verbände fordern bei Elektrifizierungsmaßnahmen eine generelle Abkehr von der einzelfallbezogenen Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) bei Bedarfsplanprojekten. Auf dieser Untersuchung bestehe der Bund bislang, bevor ein Projekt in die Umsetzung gehen kann.

„Wir wissen, dass ab einer Mindestzahl von Zugfahrten die Elektrifizierung einer Strecke volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Das müssen wir nicht in jedem Einzelfall immer wieder neu rechnen, dazu reichen pauschale Schwellenwerte“, so Henke.

Zeitintensives Instrument

Der Ausbau elektrifizierter Bahntrassen solle laut Koalitionsvertrag auch gesetzlich festgeschrieben werden, sagt Flege. Dies müsse so rasch wie möglich umgesetzt werden, damit künftig die NKU entfallen kann, die jedes Mal mindestens ein bis zwei Jahre Zeit koste. „Was soll eine Elektrifizierungs-NKU bei Strecken, wo intensiver Personen- oder Güterverkehr herrscht, die aber heute mangels Oberleitung noch mit Diesel betrieben werden?“, so Flege.

Weitere Vorschläge

Um den Bau von Oberleitungen zu vereinfachen, hat der VDV zusätzlich eine Reihe von technischen Vorschlägen erarbeitet. So sollte zum Beispiel die Bauart von Oberleitungen künftig besser an die jeweiligen Anforderungen der Betriebsführung von Strecken angepasst werden. „Nebenbahnen mit einer Streckengeschwindigkeit von 80 kmh müssen nicht zwingend mit Fahrleitungen elektrifiziert werden, die auch für 200 kmh geeignet sind“, sagt Henke.

Die Verbände halten die im Koalitionsvertrag angekündigte Beschleunigungskommission Schiene für ein gutes Forum, um weitere Maßnahmen zu identifizieren. Leider stehe die Zusammenstellung der Kommission sowie Zeit- und Arbeitsplan noch aus. (mwi)

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